Eine Studie der Satis Group prognostiziert Bitcoin und Monero rosige Zeiten. Beide Kryptowährungen sollen im nächsten Jahrzehnt ein starkes Wachstum verbuchen können. Ripple, Bitcoin Cash und Cardano wird Wertlosigkeit prophezeit. Wir haben die Studie konsumierbar zusammengefasst.

Die fünfteilige Studie über das Kryptowährungs-Ökosystem der Satis Group geht nun in die vierte Runde. Am Freitag hat das ICO Beratungs- und Forschungsunternehmen ihren neusten Bericht veröffentlicht. In diesem wird eine wertende Prognose bezüglich der Entwicklung des Kryptowährungsmarktes thematisiert.

Im zweiten Teil ging es um die Marktentwicklung von ICOs. Hauptaussage war, dass 78% der untersuchten ICOs als Scam identifiziert werden konnten. Ein abschreckender Anteil, wenn man das stetig steigende Fundraising-Volumen durch ICOs betrachtet. Allerdings seien die Marktteilnehmer auf die betrügerischen Handlungen eingestellt, denn das Funding-Volumen betrügerische ICO Projekte liege bei nur 0,3% des Gesamtvolumens.

Marktkapitalisierung der Kryptowährungen wird durch Offshore-Einlagen getrieben

Die Satis Group schätzt die Marktkapitalisierung der Kryptowährungen auf ca. 500 Milliarden USD im nächsten Jahr und auf 3,6 Billionen USD in 10 Jahren.
Grund dafür sei vor allem die Marktdurchdringung des Offshore-Einlagenmarktes für Kryptoinvestitionen, welche in den nächsten 1-2 Jahren dramatisch ansteige. Im Laufe des nächsten Jahrzehnts sollen Offshore-Einlagen ca. 91% der Gesamtmarktkapitalisierung ausmachen.
Wachstumstreiber im Bereich Offshore-Einlagen könnte in Zukunft die Kapitalbeschränkung durch staatliche Organe, die Abwertung von Fiat-Währungen sowie ungünstige, inländische Finanzpolitik sein.

Bitcoin soll bis 2023 auf 96.000$ steigen

Trotz Abwärtstrend des Bitcoin Preises für den Großteil des Jahres 2018, prognostiziert die ICO-Beratungsfirma eine rosige Zukunft für Bitcoin.
Gegenüber anderen Kryptowährungen sieht die Satis Group das Werteversprechen und die Verankerung von Bitcoin im Crypto-Markt als gefestigt und bewertet den Preis bis 2023 auf 96.000 USD sowie 2028 auf sogar 144.000 USD.

Die Forscher sind überzeugt, dass Bitcoin mit seinen Netzwerkeffekten weiterhin den Markt dominieren und große Marktanteile am Gesamtmarkt ausmachen wird. Weitere Gründe für die ambitionierte Bewertung des Bitcoin-Preises seien die steigende Liquidität und verbesserte Einkaufsmöglichkeiten sowie zunehmende Markenbekanntheit und die Position des Bitcoin als First-Mover. Außerdem spiele die zukünftig abnehmende, relative Volatilität, die geringe Angriffsfläche sowie die Netzkapazitätsentlastung durch die Reife der Layer-2 Lösung eine entscheidende Rolle für die ambitionierte Bewertung des Bitcoin-Preises.

+17.000% – Monero ist der Gewinner der Stu(n)die

Auch Monero wird ein Wachstum von 17.000% bis 2023 prophezeit.
Obwohl Privacy-Netzwerke zu den jüngeren Teilnehmern des Crypto-Markets gehören, glauben die Forscher, dass sich ähnliche Netzwerkeffekte wie bei Bitcoin erzielen lassen. Monero (XMR) sei in diesem Privacy-Bereich aktiver in der Entwicklung als andere Wettbewerber und resistent gegen zentralisierte Mining-Bemühungen.
Diese Eigenschaften der anonymisierten Kryptowährungen werde Monero, laut Satis, zukünftig tief in Märkte integrieren, in denen Anonymität von Vorteil ist. Beispiele sind Märkte für Lösegeldforderungen, Geldwäsche und die Abschirmung von Vermögenswerten.
Die Forscher rechnen XMR zukünftig einen Marktanteil in diesem Bereich von 60% zu. Wie die Forscher auf diese Bewertung kommen, wird nicht kommuniziert.

Bitcoin (BTC) und Monero (XMR) seien beides Kryptowährungen mit einzigartigen Wertvorstellungen in viralen Märkten. Hinzukommend sehen sie einen Aufwärtstrend in Netzwerken, die durch eine starke Community organisches Wachstum kultivieren konnten (Bspw. Litecoin).
Darüber hinaus gehen die Forscher davon aus, dass sich der verbleibende Anteil innerhalb des Sektors in Richtung Crypto-Assets mit subtilen aber bedeutsamen Wettbewerbsvorteilen im Bereich Governance und technischer Reputation bewegen wird (bspw. Decred (DCR)).

TAM of crypto market cap
Quelle: https://research.bloomberg.com/pub/res/d37g1Q1hEhBkiRCu_ruMdMsbc0A

Bitcoin Cash und Ripple bis 2023 wertlos?

Nun zu den Verlierern der Studie.
Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass Kryptowährungen wie Bitcoin Cash und andere Crypto-Assets, die versuchen, die Markenbekanntheit – bspw. durch Forking – zu erben und sich gegenüber den etablierten „Eltern“ einen minimalen technologischen Vorteil zu verschaffen, fallen werden.

Auch Ripple (XRP) kommt in der Bewertung nicht gut weg, denn die Satis Group bemisst Netzwerken wenig Wert bei, welche „irreführend vermarktet und nicht einmal benötigt werden“. Die Satis Group rechnet mit einem Einbruch des Wertes auf ca. 0,01 USD bis 2023.
Auch bei Cardano (ADA) und Stellar Lumens (XLM) rechnet die Satis Gorup mit einem Wertverfall auf Centbeträge.

Ist Ethereum austauschbar?

Das Papier befasst sich auch mit „Plattform-Netzwerken“ wie Ethereum.  Die Satis Gorup prognostiziert sinkende Marktanteile.
Das Rückgrat von Ethereum sei die starke Community. Allerdings glaube die Satis Group, dass kleinere Schwächen durch den Wechsel auf Proof-of-Stake sichtbar werden. Niedrige Wechselkosten zu anderen Plattform-Netzwerken könnten offenbart werden.
Nichtsdestotrotz sei Ethereum aufgrund der Reputation und der Liquidität aktuell unterbewertet.

Volkswirtschaftliche Methodik und fundamentale Daten

Die Forscher Sherwin Dowlat und Michael Hodapp versuchen nach eigener Aussage den gängigen, spekulativen Bewertungen entgegenzuwirken. Dafür bedienen sie sich  volkswirtschaftlicher Methodik und fundamentaler Daten, um eine gewisse objektive Bewertung der Crypto-Markt-Entwicklung zu prognostizieren.
Hierfür distanzieren sie sich gezielt vom kurzfristigem Marktverhalten und legen explizit Wert auf die Analyse langfristig zugrunde liegender Vermögenswerte der jeweiligen Währungen.
Die Satis Group sei der Meinung, dass kurzfristiges Handeln den fundamentalen Wert der Kryptowährung nicht direkt wiederspiegelt. Über eine längere Zeitspanne hinweg und mit zunehmender Reife des Marktes, würden fundamentale Werte der Assets in den Vordergrund rücken und eine bessere Prognose des Handelspreises zulassen.

Einige Prognosen aus dem Paper bleiben sehr vage begründet. Eine tiefere Beleuchtung der wissenschaftlichen Herangehensweise lässt sich dem Paper leider nicht entnehmen.

Bild: [nartawut/Shutterstock]

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