Cboe Global Markets erwägt offenbar eine wesentliche Änderung der Funktionsweise seiner Bitcoin- und Ether-Futures, wie aus aktuellen Online-Meldungen hervorgeht. Die Börse erwägt, ihre bestehenden „Continuous Futures“-Kontrakte für Bitcoin und Ether in echte Perpetual Futures ohne festgelegtes Ablaufdatum umzuwandeln. Dieser Schritt würde ein zentrales Krypto-Produkt noch stärker in die regulierten US-Märkte integrieren, in denen Cboe tätig ist.
Die aktuellen Produkte von Cboe, die Ende 2025 unter den Tickers PBT für Bitcoin und PET für Ether eingeführt wurden, ahmen durch eine Laufzeit von 10 Jahren und tägliche Barausgleichszahlungen bereits Perpetual Swaps nach. Diese Kontrakte orientieren sich an den Echtzeitkursen von Cboe Kaiko für Bitcoin und Ether und zielen darauf ab, ein „kontinuierliches, langfristiges Engagement“ ohne ständiges Rollover zu bieten. Ein Wechsel zu vollständigen Perpetuals würde jedoch sogar die 10-jährige Laufzeit aufheben und die Struktur stärker an Offshore-Krypto-Derivate angleichen.
TradFi reagiert auf krypto-native Konzepte
Die Nachricht von der Überprüfung kam ans Licht, nachdem Nate Geraci, Präsident von ETF Store, gepostet hatte: „Cboe erwägt, seine BTC- und ETH-Continuous-Futures in Perpetual-Futures umzuwandeln.“ Er fügte hinzu, dass „etablierte TradFi-Akteure nun ständig gezwungen sind, auf krypto-native Innovationen zu reagieren“, und brachte damit auf den Punkt , wie traditionelle Börsen mittlerweile Ideen kopieren, die zuerst auf Plattformen wie Binance und Bybit getestet wurden. Seine Kommentare unterstreichen, wie Perpetual-Swaps zu einem Standardinstrument für Krypto-Trader geworden sind, auch wenn die Regulierungsbehörden noch mit deren Risiken zu kämpfen haben.
Cboe wirbt bereits seit längerem für Continuous-Futures als Möglichkeit, ein „perpetual-ähnliches“ Engagement in einem von den USA regulierten, zentral abgewickelten Rahmen anzubieten. Händler können einen einzigen langfristigen Kontrakt halten, anstatt Positionen monatlich zu rollen, wobei tägliche Anpassungen im Funding-Stil die Preise nah am Spotmarkt halten. Ein Umstieg auf echte Perpetuals würde diese Sicherheitsvorkehrungen wahrscheinlich beibehalten, das Produkt aber noch näher an die Strukturen heranführen, die an Offshore-Handelsplätzen für Krypto-Derivate verwendet werden.
Sollte Cboe den Schritt tatsächlich wagen, könnte es für US-Institutionen einfacher werden, ein Krypto-Engagement im Perpetual-Stil auf einem vertrauten Terminmarkt zu erwerben, anstatt auf ausländischen Plattformen. Eine solche Änderung könnte die Liquidität an regulierten Handelsplätzen erhöhen und die Kluft zwischen Onshore- und Offshore-Preisen verringern, so Marktexperten. Außerdem könnte sie testen, wie wohl sich die US-Aufsichtsbehörden mit Hebeleffekten und dem Rund-um-die-Uhr-Handel mit komplexen Krypto-Derivaten fühlen.
Eine endgültige Entscheidung steht noch aus, doch die Überprüfung zeigt, wie schnell Ideen von den Krypto-eigenen Märkten in die konventionelle Finanzwelt übergreifen, sobald das Handelsvolumen wächst. Traditionelle Börsen wie Cboe stehen unter Druck, Produkte anzubieten, die aktive Händler bereits anderswo nutzen.
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