Ethereum-Validatoren könnten bald eine integrierte Möglichkeit erhalten, das Ökosystem mit einem Teil ihrer eigenen Staking-Einnahmen zu finanzieren. Ein neuer Forschungsvorschlag würde es ihnen ermöglichen, bis zu 10 % ihrer Belohnungen für öffentliche Güter umzuleiten, ohne dass neue Gebühren anfallen oder Inflation entsteht.
So würde die Umleitung der Belohnungen funktionieren
Kleros-Gründer Clément Lesaege hat die Idee in einem Beitrag mit dem Titel „Validator Revenue Redirection“ im Ethereum Research Forum vorgestellt. Der Plan sieht einen Mechanismus auf Protokollebene vor, bei dem Validatoren einen Prozentsatz ihrer Staking-Belohnungen – zwischen 0 % und 10 % – an einen Ökosystemfonds weiterleiten können, anstatt ihn an ihre Auszahlungsadresse zu senden.
Nach diesem Konzept würden die Validatoren zunächst über den Umleitungssatz abstimmen. Wenn eine Mehrheit einen Wert über Null befürwortet, würde dieser Satz dann für alle Validatoren im Netzwerk gelten. Der Vorschlag stellt dies als eine Möglichkeit dar, das „Trittbrettfahrer“-Problem von Ethereum zu lösen, bei dem sich zwar alle auf die gemeinsame Infrastruktur verlassen, aber nur wenige Gruppen konsequent dafür bezahlen.
Lesaege und andere Mitwirkende schlagen vor, dass die umgeleiteten Belohnungen an Organisationen gehen könnten, die zentrale öffentliche Güter pflegen. Beispiele hierfür sind die Finanzierung von Entwicklertools, Open-Source-Infrastruktur, Sicherheitsaudits, Forschungsteams und Koordinationsplattformen wie Gitcoin oder Octant. Die genaue Liste der Empfänger und die Zuteilungsregeln würden über eine Governance festgelegt, die auf dem Basismechanismus aufbaut.
Wie viel Geld könnte in öffentliche Güter fließen?
Validatoren verdienen bei den aktuellen Staking-Sätzen etwa 700.000 ETH pro Jahr an Belohnungen. Die Studie prognostiziert, dass eine Umleitung von 5 % bis 10 % dieses Geldstroms etwa 50.000 bis 70.000 ETH pro Jahr für die Finanzierung des Ökosystems generieren könnte. Bei den derzeitigen Kursen sind das etwa 100 bis 120 Millionen USD pro Jahr, ohne die Emission zu erhöhen oder neue Protokollgebühren einzuführen.
Einige Community-Mitglieder haben die Idee bereits als „Ethereum-Steuer“ bezeichnet und befürchten, dass sie die Margen der Validatoren schmälern oder einige Betreiber zum Ausstieg zwingen könnte. Befürworter halten dem entgegen, dass die Umleitung in der Vorschlagsphase noch freiwillig wäre und erst dann netzwerkweit gelten würde, wenn eine Mehrheit der Validatoren dafür stimmt. Andere sehen darin eine natürliche Erweiterung der langjährigen Kultur des Gemeinwohls bei Ethereum, die nun lediglich in einen formellen, on-chain-basierten Mechanismus überführt wurde, der mit dem Netzwerk skaliert.
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