Die Bank of England lockert einen Teil ihrer strengen Vorschriften für auf das Pfund Sterling gebundene Stablecoins, nachdem es heftigen Widerstand seitens der Krypto- und Zahlungsbranche gegeben hatte. Anstatt die Menge zu begrenzen, die jede Person halten darf, plant sie nun eine vorübergehende Emissionsobergrenze von 40 Milliarden Pfund für jede größere, an das Pfund gebundene Kryptowährung.
In früheren Konsultationen hatte die Bank strenge Besitzobergrenzen für „systemrelevante“ Sterling-Stablecoins vorgeschlagen, mit Limits von etwa 20.000 £ pro Person und 10 Millionen £ pro Unternehmen. Branchenverbände warnten, dass diese Obergrenzen „operativ nicht umsetzbar“ seien und es erschweren würden, Stablecoins für alltägliche Zahlungen zu skalieren. Die stellvertretende Gouverneurin Sarah Breeden erklärte später gegenüber Abgeordneten, die Bank prüfe „sehr intensiv“ andere Wege zur Risikosteuerung.
Der neue Rahmenentwurf verzichtet auf diese individuellen Obergrenzen und legt stattdessen eine anfängliche Emissionsgrenze von 40 Milliarden Pfund pro systemrelevanter Sterling-Stablecoin fest. Vertreter der Bank sagen, sie würden diese Obergrenze regelmäßig überprüfen und erst dann aufheben, wenn sie „zuversichtlich sind, dass keine Gefahr“ für die Kreditversorgung oder die Finanzstabilität besteht. Die Obergrenze soll das explosive Wachstum bremsen und es gleichzeitig ermöglichen, dass eine oder mehrere große, durch das Pfund gedeckte Stablecoins auf dem britischen Markt eine nennenswerte Größe erreichen.
Lockerere Reservenvorschriften, aber immer noch ein strenges Regime
Die Bank of England passt zudem ihr Mindestreservemodell als Reaktion auf Rückmeldungen an. Frühere Pläne hätten Emittenten gezwungen, 40 % der Reserven auf zinslosen Konten bei der Zentralbank zu parken, den Rest in kurzfristigen britischen Staatsanleihen. Die neuen Bestimmungen erlauben nun bis zu 70 % in verzinslichen Staatsanleihen und nur 30 % in unverzinsten Einlagen bei der BoE, was den Emittenten mehr Spielraum für Renditen verschafft. Die Aufsichtsbehörden argumentieren, dass diese Zusammensetzung Stablecoins weiterhin an sichere Vermögenswerte bindet, das Geschäftsmodell dabei aber weniger restriktiv gestaltet.
Gleichzeitig bleibt die Regelung in mehrfacher Hinsicht strenger als in den USA oder der EU. Die Bank hat signalisiert, dass sie die Selbstverwahrung für systemrelevante Sterling-Stablecoins verbieten und deren Ausgabe auf regulierte Vermittler wie Banken, E-Geld-Unternehmen und Börsen beschränken wird. Außerdem wird sie nur Coins beaufsichtigen, die als „systemrelevant“ eingestuft werden, während Nicht-Sterling-Token und handelsorientierte Stablecoins wie USDT und USDC weiterhin der Finanzaufsichtsbehörde (Financial Conduct Authority) unterstehen.
Verbände der Kryptobranche hatten gewarnt, dass die ursprünglichen Obergrenzen „die Akzeptanz einschränken, Aktivitäten ins Ausland verlagern und das Bestreben Großbritanniens untergraben würden, im Bereich der digitalen Finanzen eine Führungsrolle einzunehmen“. Die Anhebung der Emissionsobergrenze auf 40 Milliarden Pfund signalisiert, dass die Bank diese Bedenken zur Kenntnis genommen hat, zeigt aber auch, dass sie bereit ist, hart durchzugreifen, sollte ein Sterling-Stablecoin zu schnell wachsen.
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