Erst kürzlich haben wir darüber bereichtet, dass TRON zusammen mit BitTorrent an dem BTT-Token, basierend auf dem TRON-Protokoll, arbeitet. Die Idee ist, dass die Token zwischen den Benutzern des Protokolls ausgetauscht werden, um die Geschwindigkeit des Netzwerkes zu optimieren und schnellere Downloads zu ermöglichen.

Die BTT-Token sollen von der BitTorrent Foundation ausgegeben werden und werden TRC-10-kompatibel sein. In anderen Worten entsprechen sie damit einem technischen Token-Standard, der von der TRON-Blockchain unterstützt wird.

BinanceGründer Zhao findet lobende Worte für TRON´s Pläne

An diesem Wochenende lobte Binance-Gründer Changpeng Zhao TRON auf Twitter, weil sie ein Crypto-basiertes Geschäftsmodell für die im vergangenen Sommer gekaufte File-Sharing-Software BitTorrent eingeführt haben.

Zhao schrieb:

Der Großvater von Dapp[s] findet endlich sein dezentrales Währungs- und Geschäftsmodell. Sollte eine sehr interessante Fallstudie sein.

Zhaos Tweet brachte über 100 Retweets und über 500 Likes hervor, und ein ordentliches Bündel von Kommentaren zu dem, was er zu sagen hatte. Viele Befragte schienen zu dem Schluss zu kommen, dass TRON BitTorrent zu einem bezahlten Dienst machen würde. Stattdessen gibt es den Benutzern die Möglichkeit, etwas Crypto – um genau zu sein, den neuen BitTorrent Token (BTT) – auszugeben, um ihre Benutzerfreundlichkeit zu verbessern.

Das BTT-Whitepaper (PDF) verspricht ein breites Spektrum an Möglichkeiten. So heißt es im Dokument:

Durch die Einführung eines Mechanismus für die Speicherung und den Austausch von Nutzen wollen wir das Universum der möglichen Teilnehmer – entweder Serviceanforderer, Serviceanbieter oder beide – erheblich erweitern.

Ob BitTorrent zu einem kostenpflichtigen Modell wechseln würde, wird im Whitepaper ebenfalls erklärt:

Die Teilnahme an den BTT-Transaktionen muss sowohl vollständig offengelegt als auch für Endbenutzer optional sein.

Ist BitTorrent nichts anderes als ein dezentraler Austausch für raubkopiertes Material?

Die substantielleren Kritiken des Vorhabens argumentierten im Allgemeinen, dass BitTorrent nichts anderes als ein dezentraler Austausch für raubkopiertes Material sei. Das BTT-Whitepaper argumentiert jedoch, dass das Protokoll mit einem Token mehr Einsatzmöglichkeiten finden könnte:

Die Optimierung des bestehenden BitTorrent-Protokolls ist ein offensichtlicher erster Schritt bei der Einführung eines kryptografischen Tokens, aber es kratzt kaum an der Oberfläche dessen, was schnell möglich wird.

Die Unternehmungen hinter BTT – TRON und die BitTorrent Foundation – haben drei Kerngeschäftsfelder in der Planung, die potenziell über BitTorrent dezentralisiert werden könnten, wenn ein Wertinstrument darin integriert werden sollte:

  • Content Delivery,
  • File Storage und
  • Privacy Protecting Proxy Services.

Gleich wenn diese Liste nicht vollständig ist, weist sie viele deckungsgleiche Felder mit dem Vorhaben des Telegram Open Networks auf. Telegram startete sein Testnetz TON bereits letztes Jahr im Herbst.

Unabhängig davon kollidieren die neuen Pläne für BitTorrent mit den Gewohnheiten der bereits bestehenden BitTorrent-Benutzer, denn diese sind daran gewöhnt, die Dienste des Protokolls ohne dafür zu zahlen in Anspruch nehmen zu können.

Dem Whitepaper ist allerdings zu entnehmen, dass der Dienst, wenn optimal genutzt, in Zukunft nicht mehr kostenlos sein wird. So heißt es:

Das System implementiert im Wesentlichen eine Tauschökonomie, bei der einzelne Kunden auf der Grundlage von handelbaren Teilstücken einer Datei zusammenarbeiten, die jeder von ihnen herunterladen möchte, wobei die Lieferbandbreite als entscheidender Faktor dafür verwendet wird, mit wem sie [die Teilnehmer] weiterhin handeln werden.

Durch denn BTT-Token soll die BitTorrent-Wirtschaft zivilisiert werden

Mit dem BTT-Whitepaper will das Unternehmen klarstellen: BitTorrent-Benutzer haben ihre Downloads schon immer bezahlt – sie bezahlen mit Bandbreite.

BitTorrent ist nichts anderes als eine Tauschwirtschaft und durch das Hinzufügen eines fungiblen Tokens zu diesem Tauschsystem soll das System als solchen zum Nutzen aller Beteiligten expandieren können.

BitTorrent funktioniert, indem es Dateien in viele Teile zerlegt. So wird das erste Stück, das ein Benutzer herunterlädt, für einen anderen Benutzer bereits verfügbar, der die gleiche Datei herunterlädt und dem dieses Stück noch fehlt. Das nennt man einen „Seed“.

Der Vorgang läuft laut dem Whitepaper allerdings nicht immer fair ab. So wird erklärt:

Aufgrund der Assymetrie der Bandbreite werden Dateien häufig vollständig heruntergeladen, lange bevor ein Peer eine entsprechenden Gegenwert an Bytes hochladen konnte.

In anderen Worten bedeutet dies, dass einige Benutzer von dem System profitieren, ohne aber ihren Teil dazu beizutragen, dass es auch für andere reibungslos funktioniert.

Wie im Whitepaper hervorgehoben wird, ist das Gleichgewicht innerhalb des Systems trotz allem relativ gut ausbalanciert. Aufgrund der vielen Anwender, können Benutzer auf BitTorrent im Allgemeinen problemlos alles bekommen, was sie wollen.

Durch die Implementierung des Tokens verspricht sich das Unternehmen jedoch, das System weiterhin zu verbessern und den Service noch weiter verbreiten zu können.

TRON treibt die Massenadaption voran

Ein Hauptziel für TRON bei diesem Projekt ist mit Sicherheit, eine riesige Benutzerbasis von dezentralen Internetnutzern in Crypto-Nutzer zu verwandeln und dadurch die Adoption ihrer Blockchain-Lösung voranzutreiben.

Laut BitTorrent nutzen monatlich 100 Millionen Menschen ihr Protokoll. Das BTT-Whitepaper macht deutlich, dass Tron und BitTorrent planen, diese Masse an Nutzern für die Verwendung von Crypto zu gewinnen:

Während viele neue dezentrale Protokollvorschläge ehrgeizige technische Wege vorschlagen, schweigen fast alle darüber, wie sie der enormen Marketing-Herausforderung des Aufbaus einer kritischen Masse begegnen können, die für alle verteilten Systeme eine entscheidende technische Notwendigkeit ist.

Was denkst du über TRON´s Pläne für BitTorrent? Wird TRON dadurch allen Wettbewerbern einen Schritt voraus sein? Diskutiere zusammen mit unserer Community auf Telegram!

[Bild: Shutterstock]