Seit dem 03. Januar 2009 gilt ein Name als ein Mysterium. In diesem Jahr wurde ein Whitepaper veröffentlicht, das eine Idee und Technologie mit nachhaltig Eindruck auf das Parkett gebracht hat: Bitcoin.

Nachdem er nur zwei Jahre zuvor den Grundstein für eine der gesellschaftlich disruptivsten Technologien der letzten 20 Jahre gelegt hatte, meldete er sich im April 2011 ein letztes Mal zu Wort: „I moved to other things“.

Die Idee von Bitcoin

In seinem Whitepaper „Bitcoin: Ein elektronisches Peer-to-Peer-Bezahlsystem“ beschreibt Nakamoto erstmals seine Idee eines dezentralen Bezahlsystems mit digitalen Signaturen. Als Reaktion auf die Finazkrise im Jahr 2008 kritisiert Nakamoto, dass jedwede Banken- und Bezahlsysteme auf der Grundlage basieren, einer Institution – im Falle von Onlinehandel einer Finanzinstitution – vertrauen zu müssen.

Als Gegenentwurf zum gängigen System entwickelt er ein Peer-to-Peer-System abgesichert durch kryprografische Verschlüsselung:

Eine reine Peer-to-Peer-Version eines elektronischen Zahlungsverfahrens würde es ermöglichen, dass Onlinezahlungen von einer Partei direkt an eine andere gesendet werden, ohne über ein Finanzinstitut zu gehen.

Diese hinter diesem Bezahlsystem liegende Technologie ist die Blockchain. Doch wer ist Satoshi Nakamoto?

Wer ist Satoshi Nakamoto?

Seit Erscheinen des Whitepapers gab es immer wieder Versuche, die Identität hinter dem Namen Satoshi Nakamoto zu ermitteln, bis heute ist allerdings ungeklärt, ob es sich dabei überhaupt um eine einzelne Person, oder aber eine Gruppe handelt – im Whitepaper wird wiederholt von „wir“ gesprochen.

Dorian Satoshi Nakamoto

Im Jahr 2014 titelte das US-amerikanische Nachrichtenmagazin Newsweek, die wahre Identität Satoshi Nakamotos aufgedeckt zu haben und verwies dabei auf Dorian Satoshi Nakamoto, einem 65-jährigen Mann aus Kalifornien.

Dieser ging im Anschluss rechtlich gegen die Behauptung vor und dementierte die Nachricht.

Craig Steven Wright

Im Mai 2016 gab es eine weitere Identität. Diesmal meldete sich Craig Steven Wright zu Wort, ein australischer Unternehmer, der von sich behauptete, Nakamoto zu sein. Was dieser Behauptung eine gewisse Reichweite verlieh war die Tatsache, dass sowohl das amerikanische Magazin Wired, als auch das Blog Gizmodo bereits ein Jahr zuvor auf Wright verwiesen hatten.

Eine auf ihn zugelassene Handynummer soll in der Signatur einer E-Mail-Adresse aufgetaucht sein, die Nakamoto für seine Kommunikation mit weiteren Bitcoin-Entwicklern nutzte.

Die von Wright gelieferte Signatur stammt angeblich aus einem privaten Schlüssel, der Satoshi Nakamoto gehören soll.“ (Motherboard)

Nachdem sich herausstellte, dass es sich bei dieser Signatur um eine Kopie aus dem Jahr 2009 handelte, kündigte Wright zwar an, Beweise für ihre Echtheit zu liefern, zog dies allerdings  zurück und beließ es weiterhin bei der Behauptung, Nakamoto zu sein.

Michael Clear

In The New Yorker widmet sich Joshua Davis tatsächlich bereits im Jahr 2011 der Frage, wer hinter der Erfindung des Bitcoins steckt und hat sich dafür die Mühe gemacht, über 80.000 online verfasste Worte von Nakamoto zu analysieren und auf Charakteristika zu überprüfen, die Rückschlüsse auf seine etwaige Herkunft zulassen.

Eines der zentralen von Davis herausgestellten Charakteristika ist das von ihm verwendete britische Englisch, sowie Verweise auf britische Zeitungsartikel, etwa aus der Times of London.

Während einer Recherche auf der Konferenz Crypto 2011 in Santa Barbara, Kalifornien, wird er auf den Kryptographie-Studenten Michael Clear aufmerksam. Clear studierte zu dieser Zeit am Trinity College in Dublin und fiel Davis aus drei Gründen als der mögliche Satoshi Nakamoto ins Auge.

Zum einen galt er 2008 als einer der besten Informatiker am Trinity College und heuerte im Jahr darauf bei Allied Irish Banks an, wo er an einer Software für Währungshandel arbeitete und zweitens unter anderem an wissenschaftlichen Publikationen über Peer-to-Peer Technologie mitarbeitete. In diesen meinte Davis außerdem sprachliche Ähnlichkeiten zu den vom ihm analysierten Texten Nakamotos wiederzuerkennen.

Nach mehreren Versuchen, von Clear zu erfahren, ob er Satoshi Nakamoto ist – was dieser von sich wies, aber auch darauf hinwies, dass er es nicht sagen würde, wenn er es denn sei, da die Identität Nakamotos für die Existenz von Bitcoin irrelevant sei – gab Davis diese Richtung der Nachforschung letztlich auf.

Es gibt verschiedene weitere Personen, denen mindestens eine Mitarbeit an der Entwicklung von Bitcoin nachgesagt wird, darunter Dave Kleinman oder Hal Finney.

Im Falle Hal Finneys, eines US-amerikanischen Softwareentwicklers, handelt es sich zumindest de facto um einen der Mitentwickler, er war der erste Empfänger einer Bitcoin-Transaktion.

Satoshi Nakamoto und der Nobelpreis für Ökonomie

Im November 2015 wurde durch Bhagwan Chowdhry, Professor für Finanzen an der University of California der Vorschlag unterbreitet, Satoshi Nakamoto für seine Erfindung von Bitcoin für den Nobelpreis für Ökonomie zu nominieren, was allerdings aufgrund der Richtlinien und der ungeklärten Identität Nakamotos nicht möglich ist.

[Bild: Who is Danny/Shutterstock.com]
Lara Jacobs
Autor
Lara zieht als als Product Ownerin und Redakteurin die Fäden hinter den Kulissen von Base58. Als Marketing- und Content-Managerin für einen Coworking Space und Startup-Hub mit Fokus auf Innovation, fand sie ihre Begeisterung für die Blockchain-Technologie und Kryptowährungen. Lara studierte Islamwissenschaften, Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen und arbeitete als Dozentin sowie an interdisziplinären Forschungsinstituten.

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