In Polen müssen in Zukunft Steuern auf Gewinne gezahlt werden, die durch Kryptowährungen erzielt wurden. Die Regierung hat einen entsprechenden Gesetzentwurf eingebracht.

Steuern auf Kryptowährungen

Die Regierung in Polen hat einen neuen Gesetzesentwurf angekündet, mit der Änderungen im allgemeinen Steuergesetze einhergehen. Einkommen und Gewinne, die im Zusammenhang mit Kryptowährungen erzielt werden, sollen in Zukunft besteuert werden. Der Entwurf  (Quelle in polnisch) wurde auf der Website des Government Legislation Center veröffentlicht und zur Diskussion bereitgestellt. Die Annahme durch den Ministerrat ist für das dritte Quartal dieses Jahres geplant.

Dieser neue Vorschlag ist eine Reaktion auf einen früheren Entwurf, bei der alle digitalen Geldtransaktionen besteuert werden sollten. Eine Besteuerung wäre unabhängig von Gewinn oder Verlust erfolgt. Dies löste massive Proteste in der polnischen Kryptogemeinschaft aus. Das Finanzministerium hatte daraufhin die „irrationale Wirkung“ der Civil Law Transactions Tax (PCC) in Bezug auf Kryptowährungen eingeräumt. Der Entwurf wurde daraufhin vertagt.

Keine Steuern für Crypto-to-Crypto-Transaktionen

Ebenso wie im Gesetz zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung definiert der Gesetzentwurf die virtuellen Währungen als „digitale Wertdarstellung“. Diese werden in zwei Gruppen geteilt: in Kryptowährungen und zentralisierte virtuelle Währungen. Zentralisierte virtuelle Währungen werden im Gesetz als Tausch- und Zahlungsmittel definiert, die elektronisch gespeichert und übertragen und im E-Commerce genutzt werden können.

Ein Hautpvorschlag des Gesetzes besteht darin, Einnahmen aus virtuellen Währungstransaktionen als Teil des steuerpflichtigen Einkommens von Privatpersonen und Unternehmen zu deklarieren. Dazu gehören Erlöse aus dem Verkauf von Kryptowährungen an Crypto-Börsen und anderen Handelsplattformen. Erlöse aus Over-the-counter (OTC) bzw. Off-Exchange Handel werden ebenfalls besteuert.

Erträge aus dem Verkauf von Waren, Dienstleistungen und Immobilien, die mittels Kryptowährungen getätigt werden, werden ebenfalls als Erträge aus Kapitalgewinn behandelt.

Eine Ausnahme macht das Gesetz: Gewinne, die aus dem Handel zwischen Kryptowährungen entstehen, werden nicht besteuert.

Steuern fallen auch für Mining an

Gewinne, die durch das Minen von Kryptowährungen erzielt werden, sollen zukünftig ebenfalls besteuert werden. Die Steuerbemessungsgrundlage ist dabei abhängig von der Art der wirtschaftlichen Tätigkeit. Selbständige Miner zahlen Steuern auf die Gewinne, die sie durch den Verkauf ihrer geschürften Kryptowährungen erzielt haben. Schürfen sie Kryptowährungen im Namen anderer Unternehmen oder Einzelpersonen, wird dagegen der Wert ihrer Vergütung besteuert.

Alle diese Verpflichtungen sollten in den jährlichen Steuererklärungen abgerechnet werden. Steuerzahler, die mit Kryptowährung handeln, müssen keine Steuern im Voraus zahlen. Polen wendet derzeit eine progressive Einkommenssteuertabelle mit zwei Stufen an – 18 Prozent für Jahreseinkommen von bis zu 85.528 Zloty (20.000 Euro) und 32 Prozent für diejenigen, die diese Grenze überschreiten.

[Bild: Akarat Phasura/Shutterstock]

1 KOMMENTAR

  1. das klingt ziemlich fair würde ich sagen. Da könnte sich unser deutscher „zahl-Steuern-und-Abgaben-bis-zum-abk*tzen“-Staat ne Scheibe von abschneiden. Ich weiß, „12 Monate halten = steuerfrei“. Aber das wird garantiert (eher) früher oder später auch noch wegfallen.

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