Kalshi hat gerade einen entscheidenden Rechtsstreit im Southern District of New York (SDNY) verloren, und das Urteil könnte Auswirkungen auf andere Fälle haben. Richterin Analisa Torres lehnte den Antrag des Prognosemarktes auf eine einstweilige Verfügung gegen die New Yorker Glücksspielaufsichtsbehörden ab, sodass die staatlichen Durchsetzungsmaßnahmen weiterhin gelten.
In ihrem Beschluss erklärte Richterin Torres, dass die New Yorker Glücksspielgesetze sehr wohl auf Kalshis Verträge über Sportveranstaltungen anwendbar sind. Sie entschied, dass diese staatlichen Vorschriften nicht durch das Bundesgesetz „Commodity Exchange Act“ (CEA) außer Kraft gesetzt werden, das laut Kalshi maßgeblich sein sollte. Aus diesem Grund befand sie, dass Kalshi nicht den „klaren oder substanziellen Nachweis“ erbracht habe, der nötig wäre, um zu zeigen, dass es wahrscheinlich gewinnen würde.
Wichtig ist, dass das Gericht betonte, dass die Regulierung des Glücksspiels eine traditionelle Zuständigkeit der Bundesstaaten ist. Torres schrieb, sie würde die Gewährung der ausschließlichen Bundesgerichtsbarkeit durch den CEA nicht so auslegen, dass „kein Spielraum für ergänzende staatliche Gesetzgebung“ bliebe. Sie merkte außerdem an, dass nichts Kalshi daran hindert, eine Lizenz nach New Yorker Recht zu beantragen, anstatt zu versuchen, den staatlichen Rechtsrahmen zu umgehen.
Warum das eine große Niederlage für Kalshi ist
Dieser Fall spielt sich in der Finanzhauptstadt der USA ab, daher schmerzt eine Niederlage dort Kalshi besonders. Das Unternehmen hatte gehofft, dass ein deutlicher Sieg vor dem SDNY seine Ansicht stützen würde, dass die Bundesvorschriften für Derivate Vorrang vor den Glücksspielgesetzen der Bundesstaaten haben. Stattdessen reiht sich das Urteil von Torres in eine Reihe von Entscheidungen ein, die diese Vorrangtheorie zurückweisen und bestätigen, dass die Bundesstaaten weiterhin Sportwetten regulieren können.
Der Beschluss ermöglicht es New York zudem, Kalshis Verträge über Sportveranstaltungen während des laufenden Verfahrens weiterhin als nicht lizenziertes Glücksspiel zu behandeln. Der Rechtsstreit geht nun in die Phase des Antrags auf Klageabweisung über, anstatt Kalshi vorzeitigen Rechtsschutz zu gewähren. Beobachter sagen, dass dies das rechtliche Risiko für ähnliche Angebote in Connecticut und anderen mit dem SDNY verbundenen Fällen erhöht, in denen dieselben bundesrechtlichen Argumente vorgebracht werden.
Kalshi hat anderswo bereits gemischte Ergebnisse erzielt. Gerichte in Nevada und New Jersey erließen einstweilige Verfügungen zu seinen Gunsten, doch Richter in Maryland und Massachusetts entschieden gegen das Unternehmen und stellten dessen Vorrangansprüche in Frage. New Jersey führte sogar die Entscheidung aus Massachusetts als Beweis dafür an, dass Kalshis Bestreben, die Glücksspielbranche zu „föderalisieren“, zurückgewiesen werden sollte.
Da Richterin Torres auch den vielbeachteten Fall „SEC gegen Ripple“ bearbeitet hat, hat ihr Name in Krypto- und Derivatekreisen besonderes Gewicht. Ihre Argumentation in diesem Fall könnte künftige Auseinandersetzungen um Prognosemärkte und Ereignisverträge prägen, insbesondere bei Sportprodukten, die in den Augen der staatlichen Aufsichtsbehörden wie Wetten aussehen. Kalshi kann zwar noch beim Zweiten Bundesberufungsgericht Berufung einlegen, doch dieses New Yorker Urteil ist ein klarer Rückschlag für seine landesweite Rechtsstrategie.
WEITERLESEN: Krypto-Hacks nehmen zu: Hier sind die größten der letzten 12 Monate