Die britische Finanzaufsichtsbehörde (FCA) behauptet, dass sich die Regulierungsbehörden weltweit in einem „Wettrüsten“ befinden, um mit der künstlichen Intelligenz im Finanzsektor Schritt zu halten, und fordert zusätzliche Befugnisse, um innovative Modelle wie ChatGPT, Claude und Gemini zu regulieren. Die Aufsichtsbehörde sagt, KI entwickle sich schneller als die heutigen Vorschriften, und Millionen von Menschen nutzten diese Technologien derzeit, um persönliche Finanzentscheidungen zu treffen.
FCA warnt: KI-Risiken überholen die Vorschriften
Führungskräfte der FCA warnten Politiker, dass die Aufsichtsbehörden „hinter die Kulissen“ der großen KI-Modelle blicken müssen, die von Banken, Kreditgebern und Handelsplattformen genutzt werden, berichtete die Financial Times. Die Regulierungsbehörden müssten verstehen, wie diese Computer Entscheidungen treffen, die sich auf Kreditentscheidungen, Finanzberatung und Betrugsaufdeckung auswirken, sagten sie. Sie warnten aber auch, dass die bestehenden Verbraucherschutzgesetze nicht vollständig dafür ausgerüstet sind, dem komplexen Verhalten von Pionier-KI gerecht zu werden.
Die FCA fordert daher klarere gesetzliche Befugnisse, um technische Informationen einzuholen, Modelle zu testen und umgehend einzugreifen, wenn sie erhebliche Bedenken feststellt. Dazu ist eine engere Zusammenarbeit mit der Bank of England und dem britischen Finanzministerium erforderlich, die kürzlich in einer gemeinsamen Erklärung feststellten, dass KI bei Missbrauch „Cyber-Bedrohungen“ für die Finanzstabilität „verstärken“ könnte. Unternehmen müssen die KI-Sicherheit in den Mittelpunkt ihrer operativen Widerstandsfähigkeit stellen und dürfen sie nicht als Nebenprojekt behandeln, so die Behörden gemeinsam.
Neue Aufsicht für ChatGPT, Claude und Gemini
Die Forderung der FCA kommt zu einer Zeit, in der immer mehr Unternehmen Allzweck-KI-Modelle wie ChatGPT, Claude und Gemini in kundenorientierte Tools und interne Risikosysteme integrieren. Die Aufsichtsbehörden befürchten, dass diese Systeme irreführende Ratschläge, unfaire Entscheidungen oder neue Angriffsmöglichkeiten für Kriminelle auf Finanzdienstleistungen hervorbringen könnten. Daher will die FCA das gesetzliche Recht erhalten, zu überwachen, wie Unternehmen diese Modelle entwickeln, trainieren und einsetzen – selbst wenn die KI von großen Tech-Anbietern stammt.
Anfang dieses Jahres leitete Sheldon Mills, Exekutivdirektor der FCA , eine langfristige Überprüfung der KI im Privatkunden-Finanzdienstleistungsbereich ein und erklärte: „Das Tempo des technologischen Fortschritts ist außergewöhnlich.“ Ein Bericht des Finanzausschusses hat die FCA bereits dazu aufgefordert, bis Ende 2026 aktualisierte Leitlinien herauszugeben, damit Unternehmen wissen, wie bestehende Verbraucherschutzvorschriften auf KI-Systeme anzuwenden sind. Folglich sollten in Großbritannien ansässige Banken, Fintechs und Krypto-Plattformen in den kommenden Jahren mit einer viel strengeren Überprüfung aller Dienste rechnen, die auf leistungsstarke KI-Modelle setzen.
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