Die IREN-Aktie setzte heute ihren starken Abwärtstrend fort und erreichte ihren tiefsten Stand seit dem 13. April dieses Jahres – 45 % unter ihrem diesjährigen Höchststand. Dieser Rückgang dürfte sich fortsetzen, da das Neocloud-Unternehmen vor erheblichen Herausforderungen steht.
IREN-Aktie fällt nach Meta-Nachrichten, doch es bestehen weiterhin Risiken
IREN, früher bekannt als Iris Energy, gab nach, nachdem ein Bloomberg-Bericht bekannt wurde, wonach Meta Platforms erwägt, ein eigenes Cloud-Computing-Geschäft zu starten, um seine überschüssigen Kapazitäten an andere Unternehmen zu verkaufen.
Das ist eine bedeutende Entwicklung, da Meta zu einem der größten Kunden von Neocloud-Unternehmen geworden ist. Das Unternehmen hat einen Vertrag über 27 Milliarden Dollar mit Nebius abgeschlossen und unterhält Geschäftsbeziehungen zu CoreWeave. Daher befürchten Anleger, dass einer der potenziellen Kunden von IREN nun zu einem Konkurrenten geworden ist.
IREN steht vor weiteren Herausforderungen. Auch SpaceX, das kürzlich an die Börse gegangen ist, ist in die Branche eingestiegen. Das Unternehmen erhält nun monatlich über 1,25 Milliarden Dollar von Anthropic, 150 Millionen Dollar von Reflection AI und 950 Millionen Dollar von Google.
Zudem sind weitere Unternehmen in die Branche eingestiegen, wobei fast alle Bitcoin-Mining-Unternehmen ehrgeizige Rechenzentrumsprojekte starten, da ihr Kerngeschäft ins Stocken geraten ist. Daher wird das Unternehmen in Zukunft bei Verhandlungen mit potenziellen Kunden im Nachteil sein.
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Die IREN-Aktie ist zudem eingebrochen, weil das Unternehmen in diesem Jahr keinen Großauftrag von Hyperscalern erhalten hat. Der letzte Großauftrag kam von Microsoft, das dem Unternehmen 9,7 Milliarden Dollar zahlen wird. Außerdem hat es Anfang des Jahres einen GPU-bezogenen Vertrag mit Nvidia abgeschlossen.
IREN steht zudem vor weiteren Herausforderungen, darunter die steigenden Preise für Speicher und GPUs, die die Investitionsausgaben des Unternehmens in die Höhe treiben. Es plant, seine Ausgaben mithilfe der 2,6 Milliarden Dollar in seiner Bilanz, GPU-Finanzierungen und Eigenkapital zu erhöhen.
Diese Risiken sowie der Kursrückgang erklären, warum das Unternehmen weiterhin ein beträchtliches Short-Interesse auf sich zieht. Das Short-Interesse liegt bei 18 % – ein Zeichen dafür, dass viele Anleger davon ausgehen, dass die Aktie weiter fallen wird.
Technische Analyse des IREN-Aktienkurses

Die technischen Indikatoren deuten darauf hin, dass der IREN-Aktienkurs kurzfristig noch etwas nachgeben könnte. Er ist bereits unter das wichtige Unterstützungsniveau von 50,56 US-Dollar gefallen, den Tiefststand vom 10. Juni. Außerdem ist er unter die untere Grenze des Aufwärtskanals und den gleitenden 50-Tage-Durchschnitt gesunken.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist auf das überverkaufte Niveau von 30 gesunken. Das bedeutet, dass noch weiteres Abwärtspotenzial besteht, bevor die Aktie extrem überverkauft ist. Daher wird die Aktie wahrscheinlich weiter fallen, möglicherweise bis zur wichtigen psychologischen Marke von 35 $.
Das alternative Szenario wäre, dass die Aktie auf 50 $ zurückspringt, weil Anleger den Kursrückgang zum Kauf nutzen. Ein solcher Aufschwung wäre bärisch, da es sich um ein „Break-and-Retest“-Muster handeln würde – ein häufiges Zeichen für eine Fortsetzung des Abwärtstrends.
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