Die Zahl der Krypto-Hacks ging im Juni 2026 leicht zurück, doch den Angreifern gelang es dennoch, über mehrere Netzwerke hinweg Dutzende Millionen Dollar zu stehlen. Die Daten des Monats zeigen zwar geringere Verluste als im Mai, doch das Ausmaß und die Raffinesse der jüngsten Angriffe geben der gesamten Krypto-Community weiterhin Anlass zu großer Sorge.
Im Juni 2026 verzeichnete das Sicherheitsunternehmen PeckShield 40 größere Hacks mit Gesamtverlusten von etwa 75,87 Millionen Dollar. Diese Zahl entspricht einem Rückgang von 7,13 % gegenüber den im Mai gemeldeten 81,7 Millionen Dollar – der Gesamtschaden ging also leicht zurück, obwohl die Zahl der Vorfälle weiterhin hoch blieb. Diese Kombination aus anhaltend hohem Angriffsvolumen und geringeren durchschnittlichen Verlusten deutet darauf hin, dass einige Projekte Probleme zwar früher erkennen, aber dennoch kritische Sicherheitslücken offen lassen.
Innerhalb dieser Juni-Bilanz stach die veraltete Infrastruktur von Aztec als zentrale Schwachstelle hervor. Angreifer nutzten innerhalb weniger Tage sowohl die Aztec Bridge (Aztec Connect) als auch die Aztec Private Rollup Bridge aus und entzogen etwas mehr als 4 Millionen US-Dollar aus veralteten Verträgen, in denen noch Nutzergelder lagen. Aztec Labs und die Aztec Foundation betonten, dass „die betroffenen Verträge keinerlei Verbindung zum aktuellen Aztec-Netzwerk oder zum AZTEC-ERC-20-Token haben“, und hoben hervor, dass die Angriffe ausschließlich ausgemusterte Systeme betrafen.
Humanity Protocol, KelpDAO und Multi-Chain-Geldwäsche
Der am meisten beachtete Fall im Juni betraf den Exploit beim Humanity Protocol, der sich schnell zu einer Multi-Chain-Geldwäschekampagne entwickelte. Ermittler, darunter der On-Chain-Analyst ZachXBT, berichteten, dass der Angreifer beim Humanity Protocol gestohlene Gelder über Bitcoin, Solana, Hyperliquid und die BNB Chain verschob, um die Spuren zu verwischen. Laut HTX Insights überwies der Angreifer 15.403 ETH (etwa 23,6 Millionen US-Dollar) an eine neue Ethereum-Adresse und leitete sie anschließend an Bitcoin weiter, wo sie „mit den Erlösen aus dem Kelp-DAO-Exploit verschmolzen“.
Diese Vermischung war ein deutliches Warnsignal. HTX Insights erklärte, dass „gestohlene Gelder sowohl aus dem Kelp-DAO- als auch aus dem Humanity-Protocol-Exploit Berichten zufolge vermischt wurden“, und wies auf einen „gemeinsamen externen Angreifer oder ein eng verbundenes Netzwerk von Cyberkriminellen“ hin. Über 8 Millionen US-Dollar an Humanity-Protocol-Geldern wurden bereits über Geldwäschemethoden verschoben, die mit Gruppen wie Lazarus in Verbindung stehen, und diese Aktivität verstärkt die Befürchtung, dass raffinierte, wiederholt zuschlagende Angreifer DeFi-Exploits mittlerweile als Teil einer umfassenderen kettenübergreifenden Strategie betrachten.
Insgesamt zeigen die 40 Hacks im Juni, die Verluste von Aztec durch die Legacy-Bridge und die Verbindung zwischen Humanity und KelpDAO, wie sich die heutigen Krypto-Bedrohungen über alte Verträge, neue Protokolle und viele Blockchains gleichzeitig erstrecken.
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