Heute endet die Übergangsfrist für MiCA – ab diesem Zeitpunkt muss jeder Krypto-Asset-Dienstleister in der EU über eine CASP-Lizenz verfügen, um seinen Betrieb fortsetzen zu können. Gemäß der MiCA-Verordnung müssen Börsen, die die Zulassung verpasst haben, nun ihre regulierten Dienste einstellen oder sich ganz aus den betroffenen EU-Ländern zurückziehen.
Binance steht im Mittelpunkt dieser Entwicklung. Nachdem die Börse ihren MiCA-Lizenzantrag in Griechenland zurückgezogen hatte, bestätigte die Börse, dass sie ab dem 1. Juli 2026 Krypto-Dienste für Nutzer in mehreren EU-Staaten einstellen wird. Französischen Kunden teilte sie mit, dass ihre lokale Niederlassung „nicht mehr in der Lage ist, neue Kunden aufzunehmen, und ab dem 1. Juli 2026 keine Krypto-Asset-Dienste mehr in Frankreich anbieten wird“. Binance hat erklärt, dass „eure Vermögenswerte sicher und geschützt bleiben und jederzeit zugänglich sein werden“, doch die Nutzer werden den Zugang zum Handel und zu anderen regulierten Dienstleistungen verlieren, bis das Unternehmen eine neue Lizenz in einem anderen Mitgliedstaat erhält.
Lizenzierte Optionen für europäische Nutzer
Mit dem vollständigen Inkrafttreten von MiCA verfügt nun eine wachsende Zahl von Börsen über eine CASP-Zulassung und kann weiterhin EU-Kunden bedienen. Untersuchungen von ExchangeAtlas und Paybis zeigen, dass große Plattformen wie OKX, Coinbase, Crypto.com und Kraken in mehreren EU-Ländern auf MiCA-lizenzierten oder MiCA-fähigen Listen stehen, was Europäern mehrere regulierte Möglichkeiten zum Handel und zur Verwahrung von Vermögenswerten bietet.
Diese Lizenzen bedeuten, dass die Aufsichtsbehörden Kernbereiche wie Unternehmensführung, Kapitalausstattung, Verwahrung und Verbraucherschutz geprüft haben. Daher profitieren Nutzer, die von nicht lizenzierten zu autorisierten Plattformen wechseln, von klareren Rechten und einer besser vorhersehbaren Aufsicht – auch wenn für manche Produkte, wie z. B. Derivate mit hoher Hebelwirkung, strengere Regeln gelten als zuvor. Langfristig soll dieser Rahmen dafür sorgen, dass Krypto-Dienste im gesamten Binnenmarkt in Aussehen und Handhabung den etablierten Finanzplattformen näherkommen.
Das MiCA-Vergleichs-Dashboard von DefiLlama
Um Europäern die Orientierung in dieser neuen Landschaft zu erleichtern, hat DefiLlama ein spezielles MiCA-Dashboard zum Vergleich von Börsen entwickelt. Mit diesem Tool können Nutzer Compliance-Plattformen hinsichtlich wichtiger Handels- und Onboarding-Merkmale vergleichen, darunter Spot- und Perpetual-Märkte, KYC-Anforderungen, Onboarding-Boni, Liquiditätstiefe und Handelsgebühren.
Jetzt kann man in der EU Börsen nicht nur nach ihrem Lizenzstatus filtern, sondern auch nach der Tiefe ihrer Orderbücher, der Strenge ihrer Identitätsprüfungen und den Kosten pro Transaktion. Dieser Vergleich soll Millionen von Nutzern dabei helfen, sich von illegalen Handelsplätzen abzuwenden und auf regulierte Plattformen zu wechseln, die zu ihrem Handelsstil passen, während MiCA den Markt neu gestaltet.
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