Kiwoom Securities will sich an Bithumb, der zweitgrößten Kryptobörse Südkoreas, beteiligen, wie Chosun Biz berichtet. Die beiden Unternehmen verhandeln über eine Zuteilung zusätzlicher Aktien an Dritte, wobei Bithumb neue Aktien ausgeben und Kiwoom diese zeichnen würde. Der genaue Umfang der Beteiligung und der Wert der Investition stehen noch zur Diskussion, da die Gespräche noch laufen und sich keine der beiden Parteien auf endgültige Bedingungen geeinigt hat.
Bereits jetzt haben mehrere große koreanische Wertpapierhäuser, darunter Samsung Securities und Mirae Asset, Schritte unternommen, um sich Positionen an lokalen Börsen zu sichern. Kiwooms Vorstoß signalisiert daher einen wachsenden Wettbewerb unter den Wertpapierhäusern, sich noch vor Inkrafttreten neuer Vorschriften im Bereich der digitalen Vermögenswerte zu etablieren. Ein Bithumb-Vertreter erklärte gegenüber Chosun Biz, das Unternehmen „diskutiere Partnerschaften mit dem Finanzsektor und verschiedenen Unternehmen über verschiedene Möglichkeiten, aber es sei noch nichts Konkretes geprüft oder beschlossen worden.“
STO- und Stablecoin-Reformen treiben die Strategie voran
Südkorea bereitet sich darauf vor, Security Token Offerings (STOs) und Stablecoins im Rahmen seines „Digital Asset Basic Act“ zu institutionalisieren. Die Aufsichtsbehörden wollen Krypto-Plattformen stärker an die Regeln der traditionellen Finanzwelt angleichen, einschließlich strengerer Governance, Offenlegungspflichten und Risikomanagement. Daher betrachten Wertpapierfirmen frühzeitige Investitionen in Börsen wie Bithumb als eine Möglichkeit, sich für tokenisierte Wertpapiere und regulierte Stablecoin-Märkte zu positionieren.
Gleichzeitig hat sich die Finanzaufsichtsbehörde (FSC) mit dem Gesetzgeber darauf geeinigt, die Beteiligungen von Großaktionären an inländischen Börsen grundsätzlich auf 20 % zu begrenzen. Nach diesem Plan könnte die FSC Ausnahmen bis zu 34 % genehmigen, vor allem für neuere Unternehmen, die stärkere Sponsoren benötigen. Große Plattformen wie Upbit und Bithumb hätten nach Inkrafttreten des Gesetzes etwa drei Jahre Zeit, um die neuen Obergrenzen einzuhalten.
Die Vorschriften könnten die Eigentümerstruktur von Bithumb drastisch verändern. Bithumb Holdings hält 73,56 % der Anteile an der Börse, müsste also seinen Anteil um über 50 Prozentpunkte reduzieren, um die Obergrenze von 20 % einzuhalten. Dieser Druck bedeutet, dass die Einbindung eines Finanzpartners wie Kiwoom über neue Aktien die Eigentumsverhältnisse aufbreiten und Kapital für das Wachstum beschaffen könnte.
Marktbeobachter sagen, die Gespräche zeigten deutlich, wie Governance-Reformen den koreanischen Kryptosektor in Richtung einer breiteren, stärker institutionell geprägten Eigentümerstruktur treiben. Während die FSC ihre Reformen für virtuelle Vermögenswerte in der zweiten Phase abschließen, bemühen sich die Börsen im Vorfeld einer strengeren Aufsicht darum, seriöse Anteilseigner zu gewinnen. Folglich könnte eine eventuelle Vereinbarung zwischen Kiwoom und Bithumb zum Vorbild dafür werden, wie traditionelle Broker und Krypto-Plattformen unter den neuen Regeln zusammenarbeiten.
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