Chainlink hat sich mit multinationalen Bankenkonsortien zusammengetan, um das „Project Pangea“ ins Leben zu rufen – eine Initiative, die darauf abzielt, die Abwicklung globaler Devisengeschäfte neu zu gestalten. Das Projekt vereint mehr als 50 Banken, die ein verwaltetes Vermögen von über 10 Billionen Dollar repräsentieren, um die grenzüberschreitende T+0-Abwicklung – also die Abwicklung am selben Tag – zu testen. Es nutzt den Interoperabilitäts-Stack von Chainlink und die ISO 20022-Nachrichtenstandards, sodass Banken sich einbinden können, ohne bestehende Zahlungssysteme austauschen zu müssen.
Laut der Ankündigung zum Start liegt der erste Schwerpunkt von Pangea auf dem stark frequentierten Devisenkorridor zwischen Europa und Südkorea, wo Banken derzeit Euro-Won-Geschäfte auf T+2-Basis abwickeln. Heute kann es bis zu zwei Tage dauern, bis diese Transaktionen vollständig abgewickelt sind, wodurch Kapital gebunden bleibt und ein Kreditrisiko entsteht, falls eine der Parteien vor der Abwicklung ausfällt. Pangea zielt stattdessen darauf ab, diesen Prozess nahezu in Echtzeit abzuwickeln, indem beide Währungen gleichzeitig über Blockchain-Kanäle abgerechnet werden.
So funktioniert das Devisenabwicklungsmodell von Pangea
Das Projekt Pangea nutzt regulierte, an den Euro und den koreanischen Won gebundene Stablecoins, um Bargeld auf der Blockchain darzustellen, und wickelt Transaktionen dann über atomare „Payment-versus-Payment“ (PvP)-Smart-Contracts ab. Bei diesem Ansatz werden beide Seiten des Devisengeschäfts entweder gemeinsam abgewickelt oder gar nicht – was das Risiko eines Abwicklungsausfalls drastisch reduziert. Das System läuft auf dem dedizierten Pangea-Layer-1-Netzwerk von FairSquareLab, wobei automatisierte Market-Maker-Verträge auch auf Blockchains wie Ethereum und Polygon bereitgestellt werden.
Die Architektur erstreckt sich über drei Schichten: eine Bankenschicht, die weiterhin Swift- und ISO-20022-Nachrichten nutzt, eine Konnektivitätsschicht, die auf dem Cross-Chain Interoperability Protocol und den Data Streams von Chainlink basiert, sowie eine Abwicklungsschicht auf den AMM-Verträgen von Pangea. Die Runtime-Umgebung von Chainlink koordiniert die Abläufe zwischen den Nachrichtensystemen und dem Blockchain-Abwicklungsstack und übersetzt Bankanweisungen in On-Chain-Swaps. Diese Konfiguration ermöglicht es Banken, Transaktionen über vertraute Kanäle zu leiten und gleichzeitig von einer Echtzeit-Abwicklung in einem neutralen Blockchain-Netzwerk zu profitieren.
Auf europäischer Seite gehört zu Pangea auch Qivalis, ein Konsortium für Euro-Stablecoins, dessen Teilnehmerzahl von 12 auf 37 Banken angewachsen ist, während es an regulierten, an den Euro gebundenen Token arbeitete. In Südkorea vereint die UniKA-Allianz mehr als 10 Geschäftsbanken, deren Lenkungsausschuss unter anderem die Shinhan Bank, die JB Bank, die Kbank, FairSquareLab und OBDIA umfasst. Zusammen wickeln diese Institute jährlich ein Handelsvolumen von über 150 Milliarden Dollar im Korridor zwischen Europa und Korea ab.
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