Goldman Sachs hat gerade seine optimistische Goldprognose deutlich nach unten korrigiert, auch wenn das Kursziel im historischen Vergleich immer noch himmelhoch ist. Die Bank rechnet nun damit, dass Gold bis Ende 2026 4.900 Dollar pro Unze erreichen wird – das sind 500 Dollar weniger als bei ihrer vorherigen Prognose von 5.400 Dollar. Als Hauptgrund nennt sie die neue Einschätzung, dass die Federal Reserve im nächsten Jahr doch keine Zinssenkungen vornehmen wird.
Goldman gehörte zu den lautesten Stimmen, die in diesem Zyklus eine kräftige Goldrallye prognostiziert hatten. Die frühere Prognose stützte sich auf die Annahme, dass aggressive Zinssenkungen im Jahr 2026 den Dollar schwächen und die Nachfrage nach sicheren Anlagen ankurbeln würden. Niedrigere Renditen machen in der Regel zinslose Anlagen wie Gold attraktiver, da Anleger durch deren Halten weniger Erträge verlieren.
Die Ökonomen der Bank gehen nun davon aus, dass die Fed die Zinsen länger auf einem höheren Niveau halten wird, da sich die Inflation als hartnäckig erweist und das BIP überraschend solide ist. Diese Einschätzung bedeutet, dass die Realrenditen hoch bleiben könnten, was Druck auf die Goldpreise ausübt oder zumindest deutliche Aufwärtsbewegungen verlangsamt. Die Bank rechnet mit einer erheblichen strukturellen Nachfrage seitens der Zentralbanken und einiger Anleger, glaubt aber nicht, dass das aktuelle wirtschaftliche Umfeld bis zum Jahresende ein derart enormes Aufwärtspotenzial rechtfertigt.
Kurswechsel der Fed zwingt Goldman zum Umdenken bei der Gold-Rallye
Das neue Ziel von 4.900 Dollar deutet zwar immer noch auf ein großes Aufwärtspotenzial gegenüber den aktuellen Kassakursen hin, aber nicht auf den ursprünglich erwarteten „Blow-off-Top“. Es deutet auch darauf hin, dass Goldman die 5.000-Dollar-Marke als eine schwerer zu erreichende Obergrenze für den Markt ansieht, sollte die Fed ihre Zinsen bis 2026 unverändert lassen. Händler, die auf frühere 5.400-Dollar-Calls gesetzt hatten, müssen heute möglicherweise einige ihrer aggressivsten bullischen Positionen zurückfahren.
Viele Krypto-Trader beobachten die Goldprognosen, weil sie das Edelmetall als Indikator für die allgemeine Risikobereitschaft nutzen. Wenn Großbanken bei Zinssenkungen vorsichtig werden, überdenken manche Anleger, wie viel „solides Geld“ sie sowohl in Gold als auch in Bitcoin halten wollen. Ein gedämpfterer Ausblick für Gold kann manchmal auf die Narrative rund um digitale Vermögenswerte übergreifen, die sich auf dieselben Themen wie Inflation und Geldentwertung stützen.
Die Senkung des Kursziels bedeutet jedoch nicht, dass Goldman nun eine bärische Haltung gegenüber Gold als Anlageform einnimmt. Die Bank rechnet weiterhin mit neuen Höchstständen, allerdings eher durch einen langsamen Anstieg als durch einen steilen Kurssprung. Ein solcher Ausblick könnte geduldigere, langfristige Positionen sowohl bei Gold als auch bei Kryptowährungen begünstigen, anstatt kurzfristige Momentum-Trades, die auf einen Blow-off-Move setzen.
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