Fidelity steigt direkt ins Stablecoin-Geschäft ein, allerdings nicht durch die Ausgabe eines eigenen Tokens. Stattdessen hat das Unternehmen einen neuen staatlich regulierten Geldmarktfonds aufgelegt, der speziell dafür konzipiert wurde, die Reserven zu halten, mit denen regulierte US-Zahlungs-Stablecoins gemäß dem GENIUS Act gedeckt werden.
Fidelity Reserves Digital Fund zielt auf Stablecoin-Staatsanleihen ab
Fidelity Investments hat diese Woche den „Fidelity Reserves Digital Fund“ vorgestellt – einen Geldmarktfonds, der sich an Stablecoin-Emittenten und große Institutionen richtet. Das Unternehmen hat den Fonds so strukturiert, dass er die Reservevorschriften des GENIUS Act erfüllt, wonach US-Zahlungs-Stablecoins im Verhältnis 1:1 durch hochwertige, liquide Vermögenswerte statt durch riskante Anlagen gedeckt sein müssen. Fidelity gibt an, dass der Fonds in Bargeld und kurzfristige US-Wertpapiere investieren wird. Dazu gehören Schatzanweisungen, durch Schatzanweisungen besicherte Tagesgeld-Repos und qualifizierte staatliche Geldmarktfonds.
Im Gegensatz zu einem rein kryptobasierten Produkt strukturiert Fidelity den „Reserves Digital Fund“ als herkömmlichen, regulierten Geldmarktfonds und könnte später eine Blockchain-basierte Anteilsklasse hinzufügen. Diese Konzeption ermöglicht es Stablecoin-Emittenten, Reserven in Milliardenhöhe in einem vertrauten Investmentfonds-Format unterzubringen und dabei dennoch die von den Bundesaufsichtsbehörden festgelegten Anforderungen zu erfüllen. Branchenanalysten sagen, dass Fidelity sich State Street und anderen Vermögensverwaltern im Wettlauf um ein Geschäft mit Stablecoin-Reserven anschließt, das sich zu einem Multi-Billionen-Dollar-Geschäft entwickeln könnte.
Der GENIUS Act legt die Grundregeln fest
Der 2025 verabschiedete GENIUS Act schuf den ersten umfassenden bundesweiten Rechtsrahmen für Zahlungs-Stablecoins in den Vereinigten Staaten. Er besagt, dass nur „zugelassene Emittenten von Zahlungs-Stablecoins“ US-Nutzern an den Dollar gekoppelte Token anbieten dürfen, und verpflichtet sie, 100 % der Reserven in Bargeld, kurzfristigen Staatsanleihen und bestimmten staatlichen Geldmarktfonds zu halten. Das Gesetz verbietet es diesen Zahlungs-Stablecoins außerdem, Zinsen an normale Inhaber zu zahlen, und behandelt die Emittenten gemäß dem Bankgeheimnisgesetz als Finanzinstitute.
Die Aufsichtsbehörden des Office of the Comptroller of the Currency (OCC) und anderer Behörden erarbeiten derzeit detaillierte Vorschriften zu Reservevermögen, Rücknahme und Risikomanagement. Der Regelungsentwurf des OCC begrenzt die Laufzeiten von Schatzanweisungen für Stablecoin-Reserven auf 93 Tage und fordert strenge Liquiditätskontrollen, was Emittenten dazu drängt, auf ultrakurze staatliche Geldmarktfonds wie das neue Produkt von Fidelity zurückzugreifen.
Mit der Auflegung eines GENIUS-konformen Fonds setzt Fidelity darauf, dass viele Stablecoin-Emittenten die Verwaltung ihrer Reserven lieber an einen großen Vermögensverwalter auslagern würden, als ihre Portfolios selbst zu verwalten. Der Crypto Council for Innovation merkte an, dass dieser Schritt „eine Chance für traditionelle Vermögensverwalter schafft“, da die Nachfrage nach sicheren, liquiden Reserveinstrumenten steigt.
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