Apollo Global Management und Blackstone haben eine der größten privaten Kreditfinanzierungen aller Zeiten auf die Beine gestellt, um die KI-Expansion von Anthropic voranzutreiben. Laut der Financial Times und nachfolgenden Berichten haben sich die Firmen auf ein Kreditpaket in Höhe von 35 Milliarden Dollar geeinigt, das Anthropic dabei helfen soll, maßgeschneiderte Chips von Googles Mutterkonzern Alphabet für seine nächste Wachstumsphase zu sichern.
Apollo und seine Partner haben die Finanzierung als mehrstufige private Kreditfazilität strukturiert, wobei sie die Plattform „Atlas SP Partners“ von Apollo nutzten und sich teilweise auf Garantien von Broadcom stützten, um die vorrangigen Tranchen der Anleihe abzusichern. Bloomberg berichtet, dass der Deal drei Ebenen von Schuldverschreibungen nutzt und darauf abzielt, die Kreditkosten zu senken, indem die obersten Tranchen an das stärkere Kreditprofil von Broadcom gebunden werden, anstatt an das eigenständige Rating von Anthropic.
Die Erlöse werden Googles maßgeschneiderte KI-Beschleuniger finanzieren, darunter Tensor-Processing-Unit-Chips, die Anthropic mieten wird, um seine Claude-Modelle in Rechenzentren zu betreiben. Diese Chips sollen in Einrichtungen in US-Bundesstaaten wie New York, Texas, Louisiana und Indiana zum Einsatz kommen, während Anthropic seine Rechenkapazitäten ausbaut.
Die Financial Times merkt an, dass dieses Paket zu den bislang größten privaten Kreditfinanzierungen zählt und als wegweisende Chip-Finanzierungstransaktion hervorsticht. Es spiegelt auch wider, wie private Kreditfonds zunehmend Rollen übernehmen, die einst von Großbanken bei der Finanzierung großer, kapitalintensiver Technologieprojekte dominiert wurden.
Warum Apollo und Blackstone auf KI-Rechenleistung setzen
Der Deal zeigt, wie sehr Investoren darauf aus sind, KI-bezogene Infrastruktur – von Rechenzentren bis hin zu Spezialchips – für Unternehmen wie Anthropic, OpenAI und Meta zu unterstützen. Anstatt reines Eigenkapitalrisiko in einem schnelllebigen Start-up einzugehen, strukturieren Apollo und Blackstone ihr Engagement rund um Sachwerte: Flotten von Google-Chips, die über eine Zweckgesellschaft finanziert und im Rahmen langfristiger Verträge vermietet werden.
Bei diesem Modell nimmt die Zweckgesellschaft Fremdkapital auf, kauft die TPUs von Google und vermietet sie dann an Anthropic, während Broadcom für einen Großteil der vorrangigen Verbindlichkeiten eine Restwert- oder Zahlungsgarantie übernimmt. Sollte Anthropic jemals Schwierigkeiten haben, die Leasingzahlungen zu leisten, und der Wiederverkaufswert der gebrauchten Chips zu gering ausfallen, würde Broadcom einen Teil des Verlusts übernehmen und so das Kreditprofil für die Kreditgeber stärken.
Obwohl Apollo, Blackstone und Anthropic sich öffentlich nicht näher geäußert haben, abgesehen von der Bestätigung der Finanzierung, passt die Struktur in ein breiteres Muster von privaten Kreditfonds, die auf große, durch Vermögenswerte besicherte KI-Deals in großem Maßstab setzen.
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