Nach mehr als sieben Monaten sind nigerianische Händler bald in der Lage, Geld auf der Kryptoplattform Luno abzuheben und einzuzahlen. Die Plattform hatte alle Transaktionen mit Naira im Februar nach dem Verbot von Kryptowährungen im Land pausiert.

Warum hatte Luno den Betrieb ausgesetzt?

Die Central Bank of Nigeria (CBN) hatte ein Rundschreiben an alle Nicht-Bank-Finanzinstitute (NBFI), Depositenbanken (DMBs) und andere Finanzinstitute (OFIs) herausgegeben. Darin riet die Zentralbank, Bankkonten von Krypto-Zahlungsdiensten zu schließen.

Nach Angaben der CBN verwendet man digitale Währungen wie Bitcoin und Litecoin aufgrund ihrer Anonymität zur Finanzierung von Terrorismus und Geldwäsche. Aus diesem Grund betrachtet die Regierung den Krypto-Handel als Bedrohung für ihre Bemühungen zur Bekämpfung der Korruption und die nationale Sicherheit.

Der Zahlungsdienst Luno war von dieser Richtlinie ebenfalls betroffen. Das Unternehmen sah sich gezwungen, alle Naira-Transaktionen zu pausieren und eine Klärung herbeizuführen. Die Bank sperrte auch den Zugang zu den Konten, so dass die Kunden von Luno nicht auf ihre Gelder zugreifen oder sie abheben konnten.

Luna musste alle Transaktionen mit Naira pausieren

Neben Luno deaktivierten auch andere nigerianische Fintech-Unternehmen wie Piggyvest, Chaka, Monnify, Risevest und Agropartnership ihre Konten. Damit lösten sie Panik unter nigerianischen Händlern aus.

Was macht Luno nun?

Das Verbot des Kryptohandels ist immer noch in Kraft ist. Aber jetzt berät Luno mit den Behörden darüber, wie man die neue Regelung umsetzen kann.

Die Handelsplattform kündigte an, dass ihre Kunden bald weitere Informationen über den Starttermin erhalten. Danach können sie ihr Geld wieder abheben.

Zum Zeitpunkt der Schließung der Konten hatte Luna seinen Kunden versichert, dass ihr Geld sicher sei und zur Verfügung stehen würde, sobald das Unternehmen grünes Licht von der CBN erhält.

Wie ist der aktuelle Stand beim Kryptohandel in Nigeria?

Seit dem Verbot haben die Peer-to-Peer-Überweisungen zugenommen. Dieser Handel hat sich auf Plattformen wie Paxful durchgesetzt. Luno hat sich jedoch nicht darauf konzentriert, diese Funktion für seine Kunden verfügbar zu machen.

Die Regierung plant außerdem die Einführung ihrer eigenen digitalen Währung, eNaira, am 1. Oktober. Für das virtuelle Währungsprojekt hat sie bereits eine Partnerschaft mit dem Fintech-Unternehmen Bitt Inc. aus Barbados geschlossen. Das könnte ein Versuch sein, alle anderen Kryptowährungen im Lande zu ersetzen.

Allerdings unterstützt nicht jeder in der Regierung dieses Verbot der CBN. Der nigerianische Vizepräsident Yemi Osinbajo forderte eine Regulierung anstelle eines vollständigen Verbots.

Es wird interessant sein, die Gespräche von Akteuren wie Luno mit der Regulierungsbehörde zu verfolgen, wenn sie versuchen, ein Comeback zu feiern. Außerdem wird sich zeigen, wie es für andere Kryptoplattformen in Nigeria nachgeahmt werden kann.