Wenige Projekte im Krypto-Bereich wurden in der jüngsten Vergangenheit mit so viel Euphorie aufgenommen wie das Libra Projekt von Facebook. Als im Juli diesen Jahres das White Paper veröffentlicht wurde, war die Begeisterung groß. Viele erhofften sich „frischen Wind“ für den Crypto-Markt und sahen Libra als nächsten Schritt in Richtung Crypto-Adoption. Doch mittlerweile ist Ernüchterung eingetreten. Eigentlich soll Libra nächstes Jahr (2020) an den Start gehen. Doch das Projekt sieht sich mit immer mehr Schwierigkeiten konfrontiert.

Nachdem einige „Mitglieder“ der Assoziation schon haben durchblicken lassen, dass ihre Teilnahme nicht so sicher sei wie gedacht, hat sich am letzten Freitag Paypal gegen Libra entschieden. Hinzu kommt, dass immer mehr Staaten das Projekt als Gefahr für ihr Geldmonopol sehen und es deshalb, wie Deutschland und Frankreich, blockieren möchten. Nun deckt eine Analyse von Wired auf, dass es verdächtig viele Verbindungen zwischen den „Mitgliedern“ der Assoziation gibt, die alle zu einer Firma führen: Facebook.

Libra doch stark von Facebook dominiert?

Laut des White Papers von Libra, das im Juli veröffentlicht wurde, soll die „Libra Association“ einmal 100 Mitglieder haben. Aktuell sind es nur 27. Und entgegen der weit verbreiteten Meinung, diese seien der Assoziation bereits beigetreten, sagte der Visa CEO im Juli, dass keine der Organisationen offiziell dem Projekt beigetreten ist (beispielsweise mit einer Unterschrift) oder die 10 Millionen $ bezahlt hat, um Teil der Vereinigung zu werden.

Laut Facebook soll jedes Mitglied (auch Facebook) genau „eine Stimme“ im Komitee haben. Damit soll verhindert werden, dass Ungleichgewicht innerhalb der Organisation entsteht und ein Mitglied zu viel Macht konzentriert. Doch wie eine Analyse des Technik-Magazins „Wired“ zeigt, hat Facebook wohl doch mehr seine Finger im Spiel als es zugeben möchte. Das nachfolgende Bild verdeutlicht die Verbindungen zwischen den einzelnen Bord Mitgliedern zu Facebook.

Libra Verbindungen

Facebook Verbindungen bei 15 von 27 Mitgliedern

Das Ergebnis der Analyse: 15 der 27 Gründungsmitglieder der Libra Association sind direkt oder indirekt mit Facebook verbunden. Die 15 Organisationen sind Mitglieder, die ehemalige Facebook-Führungskräfte beschäftigen, deren Vorstände Teil des Facebook Vorstandes sind oder zahlreiche Verbindungen durch gemeinsame Investoren besitzen. Um einige Beispiele zu nennen:

Andreessen Horowitz, eine Risikokapitalgesellschaft, die ein früher Investor von Facebook war und deren Mitbegründer Marc Andreessen im Vorstand von Facebook sitzt, ist Investor von vier weiteren Mitgliedern der Libra Association. Peter Thiel, ein Facebook-Investor und Vorstandsmitglied, ist auch Investor bei zwei Mitgliedern der Libra Association.

Facebooks CEO Mark Zuckerberg ist einer von zwei Direktoren von Breakthrough Initiatives, einem weiteren Mitglied der Libra Association. Der andere Direktor ist der in Russland geborene Tech-Investor Yuri Milner, der 2015 Breakthrough gründete. Milner’s DST Global war ein früher Investor bei Facebook. DST ist ein Investor in vier weitere Mitglieder der Libra Association und befindet sich selbst im Besitz von Naspers, das auch PayU, ein weiteres Mitglied der Libra, besitzt.


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Libra doch nicht so dezentral wie gedacht?

Der Kerngedanke hinter Kryptowährungen ist, dass die Auslagerung von Vertrauen in das dezentrale Netzwerk. Dadurch braucht man keinen zentralen Intermediär, wie Banken mehr, um Transaktionen zu ermöglichen. Bei Bitcoin und Ethereum passiert genau das: User müssen sich gegenseitig nicht vertrauen, sonder man bedient sich der Blockchain Technologie um Konsens zu finden.

Libra sieht sich selber als eine Kryptowährung und sollte (falls das stimmt) damit per Definition dezentral sein. Doch ist das überhaupt der Fall? Im Gegensatz zu den bekannten dezentralen Kryptowährungen werden bei Libra die Mitglieder die Transaktionen validieren. Das macht das Projekt zu einer zulassungsbeschränkten Blockchain, deren Dezentralität damit schon einmal fraglich ist.

Hinzu kommt nun, dass anscheinend mehr Verbindungen unter den bisher 27 Mitgliedern der Assoziation bestehen als gedacht. Facebook selber betont in seinen Aussagen immer die untergeordnete Rolle Facebooks. Ob die Verbindungen nun Zufall sind oder nicht: wahre Dezentralität (die Existenzberechtigung einer jeden Kryptowährung) sieht anders aus. Selbst, wenn Libra also allen Schwierigkeiten trotzen sollte, ist dessen Existenzberechtigung als „Kryptowährung“ also durch die aufgedeckten Verbindungen fraglicher denn je.

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15 der 27 Miglieder der Libra Assoziation haben Verbindungen zu Facebook. Wie siehst du die Dezentralität der Kryptowährung. Meinst du das Projekt kommt überhaupt zustande? Komm in unseren Telegram Chat und tausche dich mit den Experten und der Community aus. Abonniere zusätzlich unseren News Kanal, um keine News mehr zu verpassen.

[Bildquelle: Shutterstock]

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