Die japanische Krypto-Exchange Zaif wurde letzte Woche offenbar gehackt. Dabei wurden Bitcoin, Bitcoin Cash und Monachain im Wert von rund 60 Millionen Dollar aus einem Hot Wallet gestohlen.

Die Krypto-Exchange Zaif wurde am 14. September Opfer eines Hacks. Dieser fand offenbar bereits am 14. September statt und wurde erst am 17. September bemerkt. Insgesamt haben die Täter Coins im Wert von 60 Millionen Dollar gestohlen, darunter rund 6000 Bitcoin.

Laut eigenen Angaben der Exchange seien seit dem Hack einige Funktionen der Plattform nicht mehr korrekt nutzbar gewesen. Bei einem näheren Blick stellt sich dann heraus, dass durch einen unbefugten Zugriff Krypto-Coins im Wert von umgerechnet rund 60 Millionen abgeführt wurden. Ein Drittel davon soll Zaif selbst gehört haben, beim Rest handelte es sich um Kundengelder.

Nun analysiert Zaif, wie dies geschehen konnte. Die Behörden seien ebenfalls eingeschaltet worden. Der betroffene Server wurde abgeschaltet, deshalb können keine detaillierten Angaben zur genauen Anzahl gestohlener Coins gemacht werden. Beim betroffenen Wallet handelt es sich offenbar um ein sogenanntes Hot Wallet, eines das direkt mit dem Internet verbunden ist. Diese Art von Wallet ist deutlich leichter zu hacken als Hardwarewallets.

Zaif plant Entschädigungen für betroffene Nutzer

Zaif will rund 5 Milliarden Yen (rund 44,5 Millionen Dollar) an Entschädigungen leisten. Diese kommen vom japanischen Unternehmen Fisco, das im Gegenzug einen großen Firmenanteil erwirbt. Zudem will das Unternehmen zusammen mit der Kaica Corporation an der Sicherheit der Server arbeiten. Zaif hat Ein- und Auszahlungen temporär ausgesetzt.

Der neuerliche Hack hatte offensichtlich Folgen für den Krypto-Markt: im Rahmen der Bekanntgabe fiel der Preis für einen Bitcoin auf 6100 US-Dollar. Danach erholte er sich dank umfangreicher Käufe von Bitcoin-Futures wieder auf 6500 US-Dollar.

Bei Zaif handelt es sich um eine Exchange aus Japan, deren Handelsvolumen laut Coinmarketcap aktuell auf Platz 34 weltweit rangiert. Betrieben wird diese vom Blockchain-Unternehmen Tech Bureau.

Dennoch könnte der Vorfall einen großen Einfluss auf die japanische Krypto-Industrie haben. Erst im Januar haben die Regulatoren nach dem Hack der Krypto-Börse Coincheck die Kontrolle der Krypto-Szene verstärkt. Damals hatten Hacker Krypto-Währung im Wert von rund 731 Millionen US-Dollar gestohlen. Seit dem Vorfall ist in Zusammenarbeit mit der Blockchain Association und der Japan Cryptocurrency Business Association eine „Krypto-Einheit“ entstanden.

Übrigens ist der aktuelle Hack nicht der erste Vorfall bei Zaif: Bereits im Februar konnten Nutzer durch einen „technischen Fehler“ kostenlos Bitcoin kaufen. Diese Lücke im System haben sieben Nutzer ausgenutzt, ein Käufer konnte Bitcoin im Wert von 20 Billionen erwerben.

[Bild: Shutterstock]
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Kathrin ist Redakteurin für Base58. Kathrin hat Anglistik und Literaturwissenschaften an der Ruhr-Universität in Bochum studiert und entdeckte schon früh ihr Interesse an journalistischer Arbeit. Seit über zehn Jahren arbeitet sie für verschiedene Verlage und ist spezialisiert auf Themen aus den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Technik. Auf Grund ihres technischen Hintergrunds interessiert sie sich vor allem für Blockchain-Anwendungsfälle.