Der Verdacht erhärtet sich immer weiter, dass die kanadische Crypto-Exchange QuadrigaCX einen Exit Scam hingelegt hat. Es tauchen täglich neue Fragen rund um die Exchange mit ihrer skurrilen Geschichte des plötzlichen Tod von Gerald Cotten und die Keys der Cold Wallets auf. Mittlerweile behaupten einige, dass es sich dabei gar nicht um eine echte Exchange handelte, sondern um ein groß angelegtes Pyramidensystem.

QuadrigaCX hat keinen Zugang zu seinen Cold Wallets

Vor einigen Tagen lies QuadrigaCX verlauten, dass der 30 Jährige CEO, Gerald Cotten, kurzfristig in Indien verstorben sei und wohl der einzige im Unternehmen, der im Besitz der Schlüssel zu den Cold Wallets der Exchange war. Somit hat keiner mehr einen Zugang zu den Cold Wallets und die Kryptowährungen der User bleiben vorerst unzugänglich. Es wird von einem Gesamtschaden von etwa 145 Millionen US-Dollar ausgegangen. Insgesamt sollen etwa 115.000 User davon betroffen sein.

Die Direktion der Exchange hat um einen Gläubigerschutz gebeten, weil sie aktuell erhebliche Liquiditätsprobleme haben und ihre Kunden nicht auszahlen können. User der Exchange haben schon seit Wochen mit Withdrawal Schwierigkeiten zu kämpfen. Für heute ist eine offizielle Anhörung mit Ernst & Young (EY) geplant.

Doch ein Exit Scam von QuadrigaCX?

Die offizielle Erklärung der kanadischen Exchange wird immer fragwürdiger. Viele bekannte Persönlichkeiten aus der Crypto Szene äußern sich lautstark, dass QuadrigaCX ein eindeutiger Scam war. Der Co-Founder und CEO von Kraken, Jesse Powell, twitterte, dass die ganze Geschichte von vorne bis hinten hinkt und er sich mit Kraken bereit erklärt, die Polizei bei der Untersuchung zu unterstützen.

CryptoMedication hat bei Twitter seine Untersuchungen zu dem Fall bekannt gegeben und die bestehenden Unklarheiten zusammengefasst:

  1. Der CEO von QuadrigaCX ist am 10. Dezember 2018 in Indien verstorben. Öffentlich hat es aber die Exchange erst am 22. Januar 2019 gemacht und die nötigen Papiere ausgefüllt. Falls Cotten tatsächlich der einzige war, der Zugang zu den Cold Wallets hatte, warum wurde erst 6 Wochen bis zur Bekanntgabe gewartet? Die starke Verzögerung sieht mehr als gewollt aus.
  2. Cotten besitzt nur 40% der Börse. Wie kann es sein, dass man mit 40% Firmenanteil, komplett alleine alle nötigen Zugangsdaten für das Unternehmen hält? So fahrlässig verhält sich keine Exchange.
  3. QuadrigaCX konnte bis dato noch keine Cold Wallet Adressen nennen, da sie anscheinend für das Unternehmen nicht mehr zu finden sind. Komischerweise konnte das Unternehmen jedoch am 31. Dezember, als es verlauten lies, dass sie die Adressen ihrer Kryptoreserven nicht finden können, eine genaue Anzahl der Kryptowährungen auf den genannten Wallets nennen. Wie lässt sich das bitte erklären?
  4. Es wird behauptet, dass QuadrigaCX ein klassisches Pyramidensystem aufgebaut hat. Die Fiat Auszahlungen von User sollen mit den Fiat Einzahlungen anderer User gemacht worden sein.
  5. Anscheinend sind die letzten Abgänge von QuadrigaCX in Wallets geflossen, die sich in der selben Gruppierung mit denen von Mt. Gox Wallets befinden. Reiner Zufall?

Bitfinex, CEXio und Coinapult auch betroffen?

Der CEO von Binance äußerte über Twitter hierzu auch sein Beileid über den Tod von Cotten und gleichzeitig Kritik über den Umgang mit den Private Keys. Er sagte, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, den Zugang zu den Private Keys auf mehrere Parteien zu splitten.

QuadrigaCX gehört zu cryptocapital.co, zu welcher auch Bitfinex, CEXio und Coinapult gehören. Alle haben in letzter Zeit Probleme mit Withdrawals gehabt. Das sehen viele als Zeichen einer kommenden Insolvenz für alle dazugehörigen Exchanges. Das wäre natürlich der absolute Supergau.

CryptoMedication hat auch hierzu Untersuchungen gemacht und seine Ergebnisse veröffentlicht

Natürlich sind das alles nur Annahmen und Behauptungen. Dennoch lässt der logische Menschenverstand an der offiziellen Erklärung der Exchange zweifeln. Aktuell hat QuadrigaCX das gesamte Aufsehen der Crypto Community und teilweise auch des Mainstreams. In den nächsten Tagen werden weitere Erkenntnisse ans Licht kommen und Klarheit über die Sache bringen. Es bleibt spannend.

Was denkt ihr über QuadrigaCX, war es tatsächlich ein Exit Scam? Lass uns deine Meinung wissen und diskutiere mit unserer Community auf Telegram!

[Bild: Shutterstock]

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