Wie Cointelegraph berichtet, bestätigte die israelische Steuerbehörde am 19. Februar in einer offiziellen Meldung, dass das Land Kryptowährungen zukünftig als Vermögenswerte versteuern will.

Israel sieht Kryptowährungen als Vermögenswert

Am 12. Januar veröffentlichte die Steuerbehörde bereits einen Entwurf der Mitteilung, in der Kryptowährungen als „Einheiten für Tauschhandel, die für Investitionszwecke genutzt werden“ beschrieben wurden:

Diese Währungen werden als „Vermögenswerte“ betrachtet und gelten bei Verkauf als „Veräußerung“. Die Einnahmen durch die Verkäufe werden als Kapitalerträge klassifiziert.“

In der finalen Version der Erklärung heißt es, dass Kryptowährungen über die Kapitalertragssteuer versteuert werden, was laut der Israelischen Zeitung Haaretz in Israel einen Steuersatz von 25% für Privatanleger und einen Mindeststeuersatz von 47% für Unternehmen bedeutet.

Laut Cointelegraph besteuert die US-amerikanische Steuerbehörde Kryptowährungen bereits seit dem Jahr 2014 wie Vermögenswerte.

Zahlen Privatanleger Mehrwertsteuer auf Kryptowährungen?

Der israelische Mehrwertsteuersatz werde für Privatanleger nicht zusätzlich erhoben, da Kryptowährungen als „immaterielle Vermögenswerte“ für „ausschließlich Investmentzwecke“ genutzt werden. Unternehmen hingegen werden laut der Mitteilung der Steuerbehörde zusätzlich Mehrwertsteuer zahlen müssen. Dem Dokument zufolge gelten Miner bezüglich der Mehrwertsteuerregelung als „Händler“.

Shahar Strauss, Anwalt der israelischen Kanzlei Ziv Sharon & Company zeigt sich gegenüber Haaretz nicht einverstanden mit der Steuerregelung für Kryptowährungen:

Die Haltung [der Behörde] ignoriert wirtschaftliche Realitäten. Wenn es nach der Steuerbehörde geht, fällt das Investment in eine esoterische Währung irgendeiner Pazifikinsel, die weder in Israel, noch in vielen anderen Ländern genutzt werden kann unter die Definition von Währung und ist entsprechend steuerfrei – das Investment in digitale Währungen hingegen nicht.“

ICOs und digitaler Schekel

Im Januar veröffentlichte die israelische Steuerbehörde bereits den Entwurf eines Erlasses mit der Überlegung, ICOs (Initial Coin Offerings) über den israelischen Mehrwertsteuersatz zu besteuern. In dem Erlass von dieser Woche wird auf eine etwaige Entscheidung bezüglich der Besteuerung von ICOs nicht eingegangen.

Bereits im Dezember berichtete Haaretz, die israelische Regierung ziehe als ein mögliches Mittel zur Eindämmung von Schwarzmarkt-Transaktionen innerhalb des israelischen Marktes eine eigene, staatliche Kryptowährung in Betracht.

[Bild: via torange.biz]
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Lara zieht als als Product Ownerin und Redakteurin die Fäden hinter den Kulissen von Base58. Als Marketing- und Content-Managerin für einen Coworking Space und Startup-Hub mit Fokus auf Innovation, fand sie ihre Begeisterung für die Blockchain-Technologie und Kryptowährungen. Lara studierte Islamwissenschaften, Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen und arbeitete als Dozentin sowie an interdisziplinären Forschungsinstituten.