Die United States Securities and Exchange Commission (SEC), die US-Börsenaufsicht, hat mit „HoweyCoins“ ein Initial Coin Offering (ICO) imitiert, um Anleger über ICO-Scams zu informieren.

In einer Pressemeldung weist die SEC darauf hin, dass sie eine spezielle Internetseite namens HoweyCoins.com veröffentlicht haben, die die üblichen Merkmale einer betrügerischen ICO-Website hat. Beworben wird eine „Investmentmöglichkeit, die viel zu gut ist, um wahr zu sein“.

Fake-Whitepaper und leere Versprechungen

Neben einem irreführenden und unklaren Whitepaper und garantierter Rendite wirbt die Seite mit Unterstützungsstatements von Prominenten sowie einer Countdown-Uhr, die auf ein baldiges Ende des ICO hinweist.

Sobald der Nutzer auf den „Jetzt Coins kaufen“-Button klickt, wird er auf eine spezielle Infoseite der SEC weitergeleitet, die ihn über betrügerische Investments informiert.

In der Pressemeldung weist der SEC-Vorsitzende Jay Clayton ausdrücklich darauf hin, dass sie Investoren nicht von Investments abbringen wollen:

„Wir nehmen neue Technologien gerne an, wir möchten aber unseren Investoren auch zeigen, wie Betrug aussieht, deshalb haben wir dieses Lehrbeispiel mit vielen üblichen Merkmalen von betrügerischen Seiten gebaut.“

Die SEC möchte damit sicherstellen, dass Investoren verlockende Angebote erst hinterfragen, bevor sie blindlings investieren. Einige Merkmale seien betrugsspezifisch und deuten auf einen Missbrauchsversuch hin, so die SEC. Viele Scams ließen sich mittels gesunden Menschenverstands erkennen.

HoweyCoins: Lehrbeispiel für mündige Anleger

Die Idee für die Seite ist dem Office of Investor Education and Advocacy entsprungen, sozusagen der „Bildungsabteilung“ der SEC, die Investoren Informationen bereitstellt, die Investmententscheidungen einfacher machen sowie Probleme im Vorfeld klären sollen.

Während dieses Projekt die Anleger dazu animieren soll, selbst aufmerksam zu sein, arbeiten Wissenschaftler bereits an einem Algorithmus, der Fake-ICOs automatisch erkennt. Aktuell liegt dessen Genauigkeit bei immerhin 83%.

Kleine Trivia am Rande: Der Name des Fake-Investments, HoweyCoins, ist eine Referenz zum sogenannten Howey-Test, mit Hilfe dessen ermittelt wird, ob eine Transaktion ein Investmentvertrag ist.

[Bild: Mark Van Scyoc/Shutterstock]
QUELLECointelegraph
Autor
Kathrin ist Redakteurin für Base58. Kathrin hat Anglistik und Literaturwissenschaften an der Ruhr-Universität in Bochum studiert und entdeckte schon früh ihr Interesse an journalistischer Arbeit. Seit über zehn Jahren arbeitet sie für verschiedene Verlage und ist spezialisiert auf Themen aus den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Technik. Auf Grund ihres technischen Hintergrunds interessiert sie sich vor allem für Blockchain-Anwendungsfälle.

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