Mit einem neuen Beratungsservice will sich Fujitsu abheben: innerhalb von fünf Tagen soll für das interessierte Unternehmen schon ein Minimalprodukt entwickelt werden – eine Blockchain-Fertiglösung innerhalb kürzester Zeit.

Fujitsu Blockchain Innovation Centre

Laut der britischen Zeitung The Register ist dieser Service für 9.900 Euro zu erwerben. Im Service ist bereits alles mit einbegriffen, darunter die grundlegenden Einführungslektionen zur Blockchain-Technologie über die Beurteilung angebotener Use Cases bis zum Bau eines Prototypens innerhalb von fünf Tagen.

In einer Anfrage von The Register betonte Fujitsu aber, dass sie hier nicht einfach auf den Hype aufspringen wollen. Tatsächlich hat man eher andere Ziele vor Augen.

Als Gründungsmitglied des Hyperledger-Projekts will Fujitsu seinen Kunden eher ein Gerüst anbieten, womit die typischen Stolpersteine von Blockchain-Projekten umgangen werden können. Hier kommt der Unterschied zwischen Proof-of-Business und Proof-of-Concept zum Tragen. Statt mit Energie zu verfolgen, ob die Blockchain-Technologie ins eigene Unternehmen passt, untersuche man eher was überhaupt der Business Case ist und versucht dann nach Lösungen zu schauen – die dann aber nicht immer auf Blockchain-Technologie fußen.

Lead Architect von Fujitsus Blockchain Innovation Centre (BIC), Chris Pilling, machte diesen Unterschied klar und betonte:

„Sie [die Unternehmen, Anm. d. Red.] machen den ersten falschen Schritt, indem sie sich erstmal auf die Technologie konzentrieren. Sie nutzen Zeit und Geld, um zu untersuchen ob die Technologie funktioniert. Wir betonen aber die Arbeit am Proof-of-Business, um mit dem Kunden gemeinsam zu schauen, was das Geschäftsmodell überhaupt ist.“

Entwickelt wurde der Prozess von Frederik de Breuck, dem Leiter des BIC. Er ist derjenige, der das Projekt als „Fertiglösung“ bezeichnete. Die agile Einsatzgruppe soll den Unternehmen helfen, denen die Zeit, das Geld oder die Fähigkeiten fehlen, um eigene Entwicklungsarbeit zu leisten.

Ablauf

Der fünftägige Prozess beginnt mit Einführungslektionen zum Thema Blockchain und geht dann über in gemeinsame Arbeit am Kundenproblem. Hierbei wird analysiert was das Problem ist, wie es sich äußert und welchen Fall man davon ableiten kann.

Innerhalb der nächsten drei Tage entwickelt das Fujitsu Team dann einen Prototypen, welcher am fünften Tag dann dem Kunden präsentiert wird. Wie es von dort aus weitergeht, ist dem Kunden überlassen. Entweder der Kunde findet sich im Projekt wieder und will das Projekt größer rausbringen, oder der Kunde verbleibt mit seinem Prototyp.

Chris Pilling erklärte, dass Blockchain zwar nicht der beste Weg für jeden Kunden ist, doch sich die Untersuchung trotzdem lohnt. Innerhalb kürzester Zeit sammle man viele wichtige Informationen

[Bild: Jacob Lund/ Shutterstock]
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Danny ist Bachelor of Science der Informatik und Redakteur bei Base58. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Seine Interessen umfassen die Technik und das disruptive Potenzial der Blockchain – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern arbeitete er über 3 Jahre bei einem der größten Krypto-Newsportale, wirkte an unzähligen Videos und einigen Büchern mit.