Laut dem Nachrichtenportal Bloomberg entwickelt Facebook einen Stablecoin für Whatsapp in seiner Blockchain-Forschungsabteilung. Erstes Ziel für diesen Coin soll der indische Remissenmarkt sein.

Stablecoin für WhatsApp

Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung, die ihren Wert hält und damit meistens an eine physische Währung gebunden ist, wie z.B. dem US-Dollar. Einer der bekanntesten Stablecoins ist Tether (USDT) dessen Wert eben an jenen US-Dollar gebunden ist, sodass ein Tether dem Wert eines US-Dollars entspricht.

Ein Stablecoin für WhatsApp macht aus Sicht von Facebook Sinn, da der Wert des Coins erhalten bleibt und damit keine Nutzer abgeschreckt werden. Dies ist wichtig für den indischen Markt, der angeblich als erster Bereich dieses Feature bekommen soll. Laut der Weltbank bekam Indien in 2017 knapp 69 Milliarden US-Dollar Remissen aus der ganzen Welt, was 2,8 Prozent des Bruttoinlandproduktes entspricht. Remissen sind Zahlungen von ausgewanderten Arbeitern, die Geld an ihre Familien Zuhause schicken.

WhatsApp und Blockchain

In Indien soll die Nutzerzahl von WhatsApp über 200 Millionen betragen. Fallende Preise für Mobilfunk ließen die Nutzerzahlen besonders in ländlichen Gebieten stark ansteigen. Weltweit zählt Facebook immer noch 2,5 Milliarden Nutzer und einen jährlichen Umsatz von 40 Milliarden US-Dollar. Die firmeneigene Blockchain-Forschungsabteilung bekam mit David Marcus ein erfahrenes Mitglied, welches zuvor bei der bekannten Crypto-Börse Coinbase unter Vertrag stand.

Unter Marcus Führung entwickelt sich das firmeneigene Blockchain-Management und die Hoffnung von Facebook ist es, dieses Projekt ins Leben zu rufen und die gesetzlichen Vorgaben umsetzen zu können. Einen Stablecoin für WhatsApp zu entwickeln, wäre ein starker erster Schritt. Indien wäre ein immenses Wachstumspotenzial, doch gleichzeitig werden Gesetzgeber es sich nicht leicht machen, eine Kryptowährung für potenzielle 480 Millionen indische Internetnutzer freizugeben.

Offen gegenüber Crypto

Facebooks Haltung gegenüber Crypto hat sich in diesem Jahr deutlich geändert. Im Januar setzte Facebook ein Pauschalverbot von Crypto-Werbungen jeglicher Art durch, um Nutzer vor irreführenden Projekten und Angeboten zu schützen. Dieser Bann wurde ab Juni leicht aufgehoben, wobei Initial Coin Offerings (ICOs) immer noch davon beroffen sind. Werbetreibende für Crypto müssen immer noch einen langwierigen Authentifizierungsprozess durchlaufen und Werbungen müssen einen gesonderten Prüfungsprozess durchlaufen.

Mit den neuen Entwicklungen um eine Kryptowährung für WhatsApp, zeigt Facebook immerhin, dass sie in der Technologie eine Zukunft sehen.

[Bild: Shutterstock]
QUELLEBloomberg
Danny de Boer
Autor
Danny ist Bachelor of Science der Informatik und Redakteur bei Base58. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Seine Interessen umfassen die Technik und das disruptive Potenzial der Blockchain – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern arbeitete er über 3 Jahre bei einem der größten Krypto-Newsportale, wirkte an unzähligen Videos und einigen Büchern mit.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here