Was man von der Firma Facebook halten möchte, ist jedem selber überlassen. Aber eines ist sicher: Facebook hatte immer Großes vor. Was als Social Media Plattform für eine amerikanische Uni begann, ist mittlerweile ein weltweiter Medien-Konzern mit über 2 Milliarden Nutzern (= Kunden). Zu Facebook gehören u.a. Instagram und WhatsApp. Wenige Firmen der Welt besitzen solch eine Macht wie Facebook. Doch das reicht nicht. Facebook möchte noch Größeres erreichen, nur dieses mal im Finanzwesen. Das Unternehmen aus dem Silicon Valley will dabei nichts geringeres schaffen, als zusammen mit anderen Riesen-Konzernen, eine Weltwährung zu etablieren. Was die einen gut finden, befürworten die anderen nicht. So auch Frankreich, das jetzt bekannt gab den Facebook Coin Libra stoppen zu wollen.

Facebook Coin vs. Frankreich – ein Machtduell

Es sind klare Worte, die die Crypto-Community und Facebook aus Paris am gestrigen Donnerstag erreichen. Frankreich, in Form von Bruno Le Maire, dem französischen Minister für Wirtschaft und Finanzen, hat sich zum Facebook Coin Libra geäußert. Die Aussagen des Politikers sind dabei alles andere als erfreulich für das Vorhaben, das sowieso schon seitens der Regulierungsbehörden unter Druck steht. 

Ich möchte ganz klar sagen: Unter diesen Bedingungen können wir die Entwicklung des Libra auf europäischem Boden nicht genehmigen.

Das sind die Worte Bruno Le Maires bei der Eröffnung einer OECD-Konferenz über virtuelle Kryptowährungen. Mit anderen Worten: Frankreich möchte den Start des Facebook Coin Libra stoppen. Der französische Politiker führt seine Aussage u.a. mit den Worten fort:

Die monetäre Souveränität der Länder steht auf dem Spiel. Durch eine „mögliche Privatisierung des Geldes…. durch einen einzigen Akteur mit mehr als 2 Milliarden Nutzern auf dem Planeten… .


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Facebook Coin stellt Geld Monopol des Staates in Frage

Frankreich steht mit seiner Abwehrhaltung gegen Facebooks Vorhaben eine alternative Währung zu den staatlichen Fiat-Währungen zu schaffen nicht alleine da. Die zuständigen Regulierungsbehörden äußerten seit der Veröffentlichung der genauen Pläne Facebooks viele Bedenken. Der Druck auf Facebook, seine Partner und das Libra Projekt wächst. Doch wieso?

Im traditionellen Finanzsystem hat der Staat bzw. die Zentralbank das Monopol über Geld und die dazugehörige Geldpolitik. Dazu gehört auch, dass die dort Verantwortlichen die Zinssätze und die Geldmenge in Form des neu gedruckten Geldes bestimmt. Das dient vor allem dazu die Wirtschaft und dessen Entwicklung beeinflussen zu können.

Klar ist also: aus rein machttheoretischer Sicht möchte der Staat den Status quo aufrechterhalten. Klar also, dass dieser jeglichen Versuch den aktuellen Status zu ändern sehr kritisch sieht. Gegen Bitcoin und Co. können Staaten wenig unternehmen, weil keine zentrale Partei dahintersteht. Die Dezentralität verhindert das. Beim Facebook Coin Libra ist das anders. Hinter dem Projekt stehen neben Facebook noch viele andere Konzerne. Diese versuchen offensichtlich den Bereich der Währungen zu privatisieren und dem Staat so Macht und die Möglichkeit die Wirtschaft zu beeinflussen abzugraben. Bei diesen Konstellationen ist Kritik vorprogrammiert.

Facebook Coin will Finanzdienstleistungen zugänglicher machen

Auch, wenn für die meisten von uns der freie Zugang zu Finanzdienstleistungen ganz alltäglich ist, für Milliarden von Menschen weltweit ist es das nicht. Mit allen Schwierigkeiten, die damit einher gehen. Wie würdest du beispielsweise Geld verschicken oder sicher aufbewahren, wenn du nur Bargeld, aber keinen Zugang zu Paypal oder einem Bankkonto hättest?

Facebook möchte genau das Problem angehen und Menschen ohne Zugang zu unserem Finanzsystem den Umgang mit Geld erleichtern. Und wer könnte das besser, als eine Firma, bei der fast 30% der Weltbevölkerung angemeldet sind? Natürlich verfolgt Facebook mit Libra nicht nur altruistische Ziele. Die Firma hat auch ein Eigeninteresse dabei: mehr und häufigere Nutzer bedeutet mehr Daten auf die Facebook zugreifen kann. Das wirkt sich wiederum positiv auf das Werbungs-Geschäft des Social Media Giganten aus.

Der Facebook Coin soll voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2020 auf den Markt kommen und durch einen Korb von Währungen abgebildet werden werden, um die starken Schwankungen wie bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen zu vermeiden. Zu den Partnern von Libra gehören neben Facebook die Zahlungsriesen Visa Inc., Mastercard Inc. und PayPal Holdings Inc. sowie die Firmen Lyft Inc. und Uber Technologies Inc.

Wie findest du die Abwehrhaltung Frankreichs gegen Libra? Denkst du der Coin kann sich trotzdem durchsetzen? Komm in unseren Telegram Chat und tausche dich mit den Experten und der Community aus. Abonniere zusätzlich unseren News Kanal, um keine News mehr zu verpassen.

Du willst wissen was in der Woche so los war und hast keine Zeit alles zu lesen? Dann schau dir gerne unseren aktuellen Wochenrückblick der KW 36 an:

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[Bildquelle: Shutterstock]

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