Die Europäische Union plant eine Investition in Höhe von 177 Milliarden Dollar, um die technologische Entwicklung in der Region zu unterstützen. Die EU-Beamten wollen europaweite Rechtsstandards in Bezug auf digitale Vermögenswerte einführen. Sie nehmen die Finanzierung aufstrebender Technologien in Bereichen wie Blockchain, 5G, Dateninfrastruktur und Quantencomputing unter anderem sehr ernst. Das berichtet Coin Telegraph unter Berufung auf Bloomberg. Blockchain wurde populär durch die erste Kryptowährung überhaupt: Bitcoin.

Die geplante Investition ist ein Fünftel des EU-Konjunkturpakets

Der geplante Investitionsfonds ist etwa ein Fünftel des 750-Milliarden-Euro-Konjunkturpakets. Darauf hatten sich die Staats- und Regierungschefs im vergangenen Jahr geeinigt. Das Ziel ist es, die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu bekämpfen. In ihrer Rede zur Lage der Union wies EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf die Bedeutung von Investitionen in die digitale Technologie für die gesamte Region hin. In diesem Sinne äußerte sich auch Thierry Breton, Kommissar für den Binnenmarkt:

Europa ist entschlossen, im globalen technologischen Wettlauf die Führung zu übernehmen. Dass wir uns Ziele für 2030 gesetzt haben, war ein wichtiger Schritt, aber jetzt müssen wir sie auch umsetzen. Europa darf in den kommenden Jahren nicht in einer noch größeren Abhängigkeit sein. Andernfalls bleiben wir zu sehr dem Auf und Ab der Welt ausgesetzt und verpassen das Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Ich glaube an ein Europa, das auf den Märkten der Zukunft führend ist, und nicht an ein Europa, das nur ein Zulieferer ist.

EU plant Investitionen in die Produktion von Low-Power-Prozessoren

Ein Teil der Investitionen wird in die Produktion von Low-Power-Prozessoren fließen. Das soll die Halbleiterknappheit vorbeugen, die vielen Industrien in der ganzen Welt schadet.

Anfang dieses Monats wurden sechs Unternehmen ausgewählt, um die Frühphase der Entwicklung eines EU-Projekts für die Distributed-Ledger-Technologie zu unterstützen. Das Projekt trägt die Bezeichnung European Blockchain Services Infrastructure. Um einer regulatorischen Fragmentierung vorzubeugen, wollen EU-Beamte Rechtsstandards für digitale Vermögenswerte einführen. Es gibt Anzeichen dafür, dass die EU und die USA bei der Ausarbeitung von solchen Standards für Kryptowährungen und Blockchain zusammenarbeiten.

Die meisten EU-Länder unterstützen die Schaffung einer nationalen Kryptowährung

Eine kürzlich von Redfield & Wilton Strategies für Euronews durchgeführte Umfrage unter 31.000 Teilnehmern aus Estland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Italien, Lettland, Litauen, den Niederlanden, Polen, Portugal und Spanien ergab, dass die Mehrheit der Befragten die Schaffung einer nationalen Kryptowährung unterstützt. Sie begründen es mit dem Argument der finanziellen Unabhängigkeit von der Europäischen Union.

Die größte Unterstützung zeigten die Befragten aus Griechenland (40 %), Italien (41 %) und Estland (39 %). Im Gegensatz dazu sprachen sich 37 % der Befragten aus den Niederlanden gegen eine Kryptowährung aus. Nur 18 % waren dafür.