Entwickler von Ethereum planen neue Strategien einzuführen. Diese sollen die derzeit drittgrößte Kryptowährung nach Kapitalisierung wieder auf den zweiten Platz befördern. Die Strategie beinhaltet angeblich ein neues und bisher unbekanntes Update, mit der der die Leistung von Ethereum massiv gesteigert werden kann.

Dabei wird sich auf das Protokoll privater Treffen bezogen, die während der letzten Devcon4-Konferenz in Prag abgehalten wurden. Sie besprachen ein Update namens „ethereum1x“, das im Juni 2019 aktiviert werden könnte.

Die Echtheit des Protokolls wurde von einem Teilnehmer der Versammlung bestätigt, der seinen Namen nicht nennen wollte. Seiner Meinung nach befindet sich dieser Vorschlag noch in einem sehr frühen Stadium und wird daher noch nicht umfassend öffentlich diskutiert. Andere Entwickler wollten sich diesbezüglich allerdings nicht dazu äußern.

Darüber hinaus veröffentlichte Greg Colvin, ein Entwickler der Ethereum Virtual Machine, am Freitag, dem 23. November, ein internes Dokument über das Treffen auf Github.

Inzwischen behauptet der Parity-Entwickler Afri Schoedon, dass er über Pläne zur Implementierung eines solchen Upgrades nichts wusste.

Nach den vorliegenden Informationen waren Vitalik Buterin und Joseph Lubin (Gründer von Consensys) sowie weitere bekannte Personen von Ethereum wie Lane Rettig, Péter Szilágyi und Hudson Jameson, bei einem der Treffen anwesend.

Soweit aus den veröffentlichten Dokumenten hervorgeht, stehen die Entwickler von Ethereum unter Druck. Sie müssen sich an die öffentlichen Roadmap halten und das Update pünktlich zum anvisierten Termin fertig bekommen. Bei der Diskussion wurden Aktualisierungen angesprochen, die zuvor nicht mit den für 2019 geplanten Konstantinopel-Hardfork verbunden waren.

Dazu gehört insbesondere der mögliche Austausch der EVM (Ethereum Virtual Machine), die für die Verarbeitung des Codes von Smart Contracts verantwortlich ist. Die Möglichkeit der Einführung eines „Leasingvertrags“ (Provisionen für die Aufbewahrung Smart Contracts) und anderer kleiner Updates wurde ebenfalls diskutiert. Was den Pachtvertrag anbelangt, der darauf abzielt, das Wachstum der Blockchain-Daten einzudämmen, müsste die Einführung eines solchen Mechanismus, wie Vitalik Buterin bei einem der Treffen feststellte, „weitreichende Änderungen“ erforderlich machen.

Separate Aufmerksamkeit verdient ebenfalls die öffentliche Diskussion des Themas. Während viele Entwickler es wichtig erachten, gewisse Arbeiten vor der Öffentlichkeit abzuschirmen, spricht sich Vitalik Buterin dagegen aus und kommentiert, dass ,,institutionelle Aufrufe für ihn unbequem sind und er absolut gegen geschlossene Foren ist“.

Unterdessen ließ Afri Schoedon von Parity gestern über Twitter verlauten, dass er völlig enttäuscht darüber sei, dass solche geheimen Treffen überhaupt stattgefunden hatten.

Was haltet ihr von der ganzen Diskussion? Sind geheime Sitzungen durchaus notwendig oder widersprechen sie dem Open-Source-Gedanken? Lasst uns eure Meinung wissen!

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