Bitcoin to the moon? – Nach Ansicht von Thomas Lee könnte Bitcoin noch in diesem Jahr ein neues Allzeithoch erreichen. Die Voraussetzung hierfür liegt laut dem Fundstrat Analysten Lee jedoch in einem Anstieg des amerikanischen Aktienindizes Standard & Poor’s 500, besser bekannt als S&P 500. Anders formuliert: wenn die makroökonomischen Faktoren stimmen (und hierbei sieht er den S&P 500 als Katalysator) kann Bitcoin auch wieder an Schwung gewinnen.

Bitcoin hat dieses Jahr bereits für einige Überraschungen gesorgt und seine Volatilität erneut unter Beweis gestellt: So lag der Bitcoin Preis Anfang des Jahres noch bei 3.400 USD, stieg dann kurzfristig auf bis zu 13.800 $ an, handelte nun lange Zeit zwischen 9.500 und 10.500 Dollar, um dann binnen zwei Wochen auf unter 8.000 USD zu fallen. Kurzum: Bitcoin Preis Prognosen sind häufig sehr vage. Werfen wir also einen Blick auf die Gedankengänge von Thomas Lee.

Bitcoin dank S&P 500 mit neuem Allzeithoch?

Im Vergleich zu den meisten Bitcoin Kurs Prognosen, nutzt Tom Lee für diese aktuelle bullishe Aussage weder Technische Chartanalysen noch Fundamentaldaten des Bitcoin Netzwerks, wie beispielsweise die Hashrate. Lee macht seine Aussagen fast ausschließlich an der Entwicklung des S&P 500 fest. Der S&P 500 gilt als einer der wichtigsten (vielleicht auch als der wichtigste) Aktienindizes weltweit. Nach der Meinung vom Thomas Lee, seinerseits Head of Research bei Fundstrat, sei Bitcoin mehr von der allgemeinen Entwicklung der Aktienmärkte abhängig als man denkt.

Im Rahmen der Korea Blockchain Week, gab Lee nun ein Interview (der Link hierzu ist als Quellenangabe hinterlegt), in welchem er einige mutige Aussagen, wie diese aktuelle, traf. Ein neues Bitcoin Allzeithoch sei demnach noch in diesem Jahr denkbar – man müsse eben nur auf den S&P 500 schauen.


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Gehen wir einen Schritt zurück. Am 30. Juli 2019 gab Fundstrat eine Meldung an ihre Kunden heraus, dass der ‚Bitcoin Misery Index‘, ein Index der die Markstimmung misst, gerade auf dem Weg nach unten sei. Befindet sich der Index an einem Tiefpunkt, stellt dies eine gute Kaufgelegenheit (engl. buy option) dar. Lee schätzte, dass diese Abwärtsbewegung noch weitere 8 Wochen anhalte – also bis Anfang Oktober. Willkommen in der Gegenwart.

Nun gibt es viele wichtige Indikatoren für den Bitcoin Preis – egal ob technische Indikatoren oder Fundamentaldaten wie die Netzwerkstärke. Dennoch sind makroökonomische Faktoren, die allerwichtigsten für Bitcoin, so Lee. Wörtlich sagte er dazu:

So lange es keinen Trend bei makroökonomischen Faktoren gibt, ist das kein gutes Zeichen für Bitcoin. Damit meine ich, solange der S&P in einer festen Zone handelt und keine klare Tendenz erkennbar ist.

Bitcoin und der Aktienmarkt – gibt es doch eine Korrelation?

Lee tat sich dennoch schwer, den aktuellen Bitcoin Preis als Boden zu bezeichnen. Bitcoin bleibe so lange „trendlos“ bis es eben eine fundamentale Bewegung der Aktienmärkte, angeführt vom S&P 500, gebe.

Die Verbindung zwischen dem klassischen Aktienmarkt und der Bewegung von Bitcoin ist nach wie vor unpopulär, insbesondere weil Bitcoin gerne als unkorreliertes Asset bezeichnet wird. Dennoch geht der Trend immer stärker in die Richtung, Verbindungen zwischen BTC und dem Aktienmarkt herzustellen. Dies gilt insbesondere bei neuen Low’s und High’s. Mati Greenspann, der als Marktanalyst bei eToro arbeitet, stellte beispielsweise fest, dass der Bitcoin Kollaps am 23. September nach dem missglückten Bakkt Launch zeitlich mit dem SPX Drop zusammenfiel. Greenspan spricht von einem „merkwürdigen Zufall“. Im Folgenden ist sein Tweet zu sehen:

Der Gedankengang, dass Bitcoin als Risikoabsicherung in Zeiten globaler Unsicherheiten und Krisen fungiere, kam insbesondere dieses Jahr auf. Die Theorie wird insbesondere dadurch genährt, dass Investoren im Rahmen des Handelskonflikts zwischen China und den USA nach einem Asset suchen, welches global handelbar ist, Chancen auf Renditen bietet und insbesondere nicht zensierbar ist. Weitere Krisen, wie beispielsweise die Entwertung des argentinischen Pesos, untermauern die Theorie. Auch die aktuelle Situation in Hong Kong ist ein Beispiel für Bitcoin als Alternative in Krisenzeiten.

Ist Bitcoin wirklich eine Hedging-Möglichkeit?

Lee erklärte nun jedoch, dass das „Hedging-Argument“ angesichts der Parallelen zu den S&P-Bewegung nicht halten könne. So sagte er wörtlich:

Glaubt es mir oder nicht, aber Bitcoin bewegt sich seit seinem Beginn parallel zum S&P 500. Bitcoin ist also keine wirkliche Risikoabsicherung (=Hedging-Möglichkeit).

Nach Lee sei dies auch deutlich im fehlenden bzw. rückläufigen Interesse von institutionellen Investoren festzumachen. Die aktuellen Handelsvolumina bei Bakkt seien ein Indiz dafür. So denkt Lee, dass die Nummer 1 der Kryptowährungen nach wie vor eher als „Quelle der Volatilität und des Risikos“ wahrgenommen wird, anstatt als Absicherung gegen politische Entscheidungen.

Während also einige Indikatoren wie das rückläufige Interesse bei Bakkt oder die permanente Verschiebung der Entscheidungen über einen Bitcoin-ETF ein negatives Bild zeichnen, sieht Lee dennoch Grund zum Optimismus. Und so antwortete er auf die Frage, ob Bitcoin noch in diesem Jahr einen Bullrun erleben werde, mit folgenden Worten:

Wenn der S&P also einen Ausbruch erlebt – und wir denken, dass er das tun wird, dann wird das Bitcoin auch die Kraft für ein neues Allzeithoch geben.

Bitcoin mit einem neuen Allzeithoch, wenn der S&P 500 ausbricht. Wie bewertest du die Aussagen von Tom Lee? Komm in unseren Telegram Chat und tausche dich mit den Experten und der Community aus. Abonniere zusätzlich unseren News Kanal, um keine News mehr zu verpassen.

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[Bildquelle: Shutterstock]
QUELLEThomas Lee Interview
Daniel Wenz
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Dass es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.