Ein Detail aus Unterlagen deutet darauf hin, dass Bitmain über 5 Prozent aller Bitcoin Cash im Umlauf hält. Was bedeutet das für den Bitmain-Börsengang?

Aktuell geleakte Unterlagen, genauer gesagt ein Prospekt für potentielle Anleger des Bitmain-Börsengangs, geben Informationen über die Liquidität preis. Bis Ende März hielt Bitmain laut Bilanzen mehr als eine Million Bitcoin Cash, die aktuell rund 600 Millionen Dollar wert sind. Insgesamt macht der Bestand über 5 Prozent der 17,3 Millionen im Umlauf befindlichen BCH aus. Laut Schätzungen könnte dieser Wert bis heute auf 1,33 Millionen BCH angestiegen sein.

Ebenfalls erwähnenswert: diese Menge Coins waren Ende März noch 900 Millionen US-Dollar wert – insgesamt wurden also 300 Millionen US-Dollar „verloren“.

Bitcoin-Bestand bei Bitmain stark reduziert, Bitcoin Cash dazugekauft

Aus den Unterlagen geht außerdem hervor, dass Bitmain seinen Bestand an Bitcoin nach und nach reduziert. Dies wurde Ende 2017 bereits offiziell angekündigt. Vermutlich wurden diese Mittel direkt in BCH umgesetzt, was aber nur einen Teil der BCH-Käufe erklärt. Von Januar bis März wurden BCH im Wert von 159 Millionen US-Dollar gekauft. Der Wert der abgestoßenen Bitcoins lag allerdings nur bei 89 Millionen US-Dollar.

Woher genau die zusätzlichen Geldmittel kommen, ist unklar. Eine Quelle könnten Mining sowie der Verkauf der hauseigenen ASIC-Chips sein. Laut Samson Mow, dem Sicherheitsbeauftragten des Blockchain-Unternehmens Blockstream, sei der Börsengang von Bitmain deshalb auch mit Vorsicht zu genießen.

Er fügt hinzu, dass der Bitmain-IPO extrem riskant für Anleger sei und hohe Verluste möglich seien, da Bitmain keine Idee habe, wie sie ihre BCH-Bestände verwalten sollen. Experten rechnen mit 18 Milliarden Dollar Einnahmen beim Börsengang. Im ersten Quartal soll Bitmain laut Schätzungen einen Gewinn von 1,1 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet haben. Mit Auszügen aus internen Statistiken ging das Unternehmen zuletzt gegen Kritik vor.

Kursmanipulation bei Bitcoin Cash vermutet

Derweil steht Bitmain im Verdacht, den Kurs von Bitcoin Cash künstlich in die Höhe getrieben zu haben. Demnach habe der Miningpool Antpool im April Teile ihrer Block Rewards verbrannt. Ingesamt sollen 12 Prozent der Transaktionsgebühren jedes geschürften Blocks an eine „Schwarzes Loch“-Adresse geschickt worden sein.

Von solchen Adressen können Bestände nicht weiter verschickt oder genutzt werden und sind daher nutzlos. Der Preis von Bitcoin Cash soll durch diese Aktion um 25 Prozent gestiegen sein.

So oder so hat Bitmain derzeit einen großen Einfluss auf den Status von Bitcoin Cash. Potentielle Anleger müssen im Hinterkopf behalten, dass Bitmain einen großen Teil seiner liquiden Mittel in eine sehr unbeständige Währung steckt. Eine Währung, bei der außerdem unklar bleibt, wie Bitmain diese später einmal umsetzen will.

Bitmain ist ein Unternehmen mit Hauptsitz in China, das sich auf Mining von Kryptowährung sowie die Produktion von Miningchips konzentriert hat. Aktuell arbeitet das Unternehmen an einem Börsengang, der laut Experten der größte Börsengang aller Zeiten werden könnte.

[Bild: FabreGov/Shutterstock]

QUELLECCN.com
Kathrin Grannemann
Autor
Kathrin ist Redakteurin für Base58. Kathrin hat Anglistik und Literaturwissenschaften an der Ruhr-Universität in Bochum studiert und entdeckte schon früh ihr Interesse an journalistischer Arbeit. Seit über zehn Jahren arbeitet sie für verschiedene Verlage und ist spezialisiert auf Themen aus den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Technik. Auf Grund ihres technischen Hintergrunds interessiert sie sich vor allem für Blockchain-Anwendungsfälle.

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