Seit einigen Monaten laufen die Ermittlung im Fall Optioment nun bereits, auch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKstA) in Österreich ist bereits involviert. Nun führten die Ermittlungen die Staatsanwaltschaft offenbar auch zur Cointed GmbH und dessen Gründer und ehemaligen CEO Christopher Rieder.

Optioment – Was ist passiert?

Die Österreichische Staatsanwaltschaft ist seit einigen Monaten mit einem besonderen Crypto-Kriminalfall beschäftigt. Zwar ist im Fall Optioment bislang ungeklärt, um welche Summe es sich bei dem vermeintlichen Bitcoin-Betrug handelt. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft kommt jedoch laut eines Bereichtes von „Die Presse“ erst dann ins Spiel, „wenn eine Strafsache Fünf Millionen Euro übersteigt.“

Doch was ist eigentlich passiert?

Optioment war ein Bitcoin-Investment-System, das vor allem Anleger und Investoren aus Österreich ansprach, dort wurde es hauptsächlich beworben. Das System ging Ende 2016 an den Start und versprach seinen Anlegern eine ansehnliche Rendite von bis zu vier Prozent pro Woche. Wie „Die Presse“ berichtete, sollen bis zu 12 Millionen Bitcoin in das System geflossen sein, was zum Zeitpunkt des Berichtes einem Gegenwert von etwa 70 Millionen Euro entsprach.

Ende 2017 brach das System dann unvermittelt zusammen und das Geld war verschwunden. Ermittelt wird seitdem wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs gegen drei österreichische Betreiber, die sich selbst „Optioment-Musketiere“ nannten, sowie diverse „Hintermänner“, über die jedoch bislang kaum valide Informationen zu bekommen sind.

Bitcoin-Krimi: Ist die Cointed GmbH involviert?

Die österreichische Kryptobörse Cointed und vor allem dessen Gründer und ehemaliger CEO Christopher Rieder scheinen im Zuge dieser Ermittlungen jedoch nach aktuellen Informationen ins Visier geraten zu sein.

Die Cointed GmbH betrieb etwa 100 Bitcoin ATMs, vorrangig in Österreich, an denen Bitcoin-Investoren die virtuelle Währung gegen FIAT-Geld tauschen und abheben konnten. Darüber hinaus betrieb das Unternehmen ein Kryptowährungsbörse.

Ende des Jahres 2017 sammelte Cointed mittels eines ICOs über 4 Millionen $ ein, mit denen das Unternehmen laut eigener Aussage in Green Mining expandieren wollte. Doch bereits kurz nach Beenden des ICOs traten erste Probleme auf, Zahlungsaufträge wurden storniert, das Geld den Investoren jedoch nicht zurück erstattet.

Anfang Juni diesen Jahres dann das Aus der Börse: Cointed verkündete die Schließung der Exchange, angeblich auf Grund von technsichen Problemen und Hackern.

Kunden konnten nicht mehr auf ihre E-Wallets zugreifen und somit auch nicht mehr auf ihr angelegtes Geld.

Seitdem schweigt das Unternehmen, wie jetzt bekannt wurde liegen bereits zahlreiche Anzeigen von Anlegern und Investoren gegen Cointed vor. Wie der Anwalt István Cocron heute berichtet, nimmt die Besorgnis von Anlegern auf Grund der Zahlungsschwierigkeiten zu, er warnt vor dem Verlust ihres Geldes. Cocron ist Anwalt der Kanzlei CLLB Rechtsanwälte, die betroffene Anleger ünterstützt.

Auf Anfragen diesbezüglich antwortet das Unternehmen derzeit nicht, auch auf persönliche Anfrage bei Mitarbeitern der Cointed GmbH werden keine Informationen kommuniziert, was die Frage aufwirft, ob die eigenen Mitarbeiter über die aktuelle Situation informiert sind.

Bislang bleiben Investoren über den Verbleib ihres Geldes im Dunkeln.

[Bild: JeremyWord/ Shutterstock]

 

 

 

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Lara zieht als als Product Ownerin und Redakteurin die Fäden hinter den Kulissen von Base58. Als Marketing- und Content-Managerin für einen Coworking Space und Startup-Hub mit Fokus auf Innovation, fand sie ihre Begeisterung für die Blockchain-Technologie und Kryptowährungen. Lara studierte Islamwissenschaften, Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen und arbeitete als Dozentin sowie an interdisziplinären Forschungsinstituten.