In einer Podiumsdiskussion rief Allianz Global Investors CEO, Andreas Utermann, zu einem Verbot von Kryptowährungen auf. Ist eine solche Forderung noch zeitgemäß oder überhaupt sinnvoll?

Crypto-Regulierung schreitet voran

Regulierung ist in Crypto-Kreisen häufig ein Schimpfwort. Gerade weil Kryptowährungen frei sein sollen, ist Regulierung vielen Fans ein Dorn im Auge, letztendlich aber unausweichlich. Die Frage bleibt dann, wie eine solche Regulierung aussehen soll. Wenn es nach Andreas Utermann, CEO von Allianz Global Investors (GI) ginge, sollten Kryptowährungen verboten werden, so sagte er:

Man sollte es [Crypto] verbieten. Ich bin persönlich überrascht davon, dass die Gesetzgeber nicht schon härter eingegriffen haben.

Diese Aussage tätigte er auf einer Konferenz in London. Sein Sitznachbar, Andrew Bailey, Vorstand des britischen Financial Conduct Authority, zeigte sich überrascht. Nach seiner Meinung hätten Kryptowährungen zwar keinen intrinsischen Wert, eine solche Forderung nach einem Verbot wäre aber sehr hart.

Auf dem G20-Gipfel tagten die 20 größten Wirtschaftsmächte der Welt und besprachen auch den Umgang mit Kryptowährungen. Hier ist man bereits weiter, findet man doch, dass Kryptowährungen nicht verboten werden müssen. Man will eher kriminellen Machenschaften das Handwerk legen. So heißt es dort:

Wir werden Crypto-Assets gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung regulieren und uns an die FATF (Financial Action Task Force) halten[.] Wir werden uns auch andere Schritte offen halten.

Ein vollständiges Verbot würde die Nutzer in eine kriminelle Zone verlegen und sie zwingen, andere Maßnahmen zu ergreifen. Jetzt können Börsen durch Know-Your-Customer (KYC) und Anti-Geldwäsche-Systeme (AML) notwendige Schritte gehen, um Kriminalität aufzudecken. Bei einem vollständigen Verbot würden die Nutzer und Investoren auf Untergrundmärkte und Peer-to-Peer (P2P) Plattformen, wie Bisq, ausweichen.

Währenddessen nutzen bestimmte Länder die Blockchain-Technologie als neuen treibenden Faktor ihrer Ökonomie. Auch wenn China den Handel mit Kryptowährungen verbietet, sind sie führend in Bezug auf die Blockchain-Forschung.

Auch Südkorea taucht immer wieder in den Crypto-News auf. In Japan erwägt man sogar die Steuern auf Crypto zu verringern, um die lokale Crypto-Ökonomie wiederzubeleben. Malta, Singapur und die Schweiz ziehen Multimilliarden-Geschäfte an, weil sie das Potenzial der Kryptowährungen sehen.

Zeugt eine Forderung nach einem verbot nicht von fehlender Kompetenz? Was würdet ihr tun, wenn Crypto verboten werden würde? Sollten wir im deutschsprachigen Raum mehr für Crypto tun?

[Bild: Shutterstock]
QUELLENewYork Times
Autor
Danny ist Bachelor of Science der Informatik und Redakteur bei Base58. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Seine Interessen umfassen die Technik und das disruptive Potenzial der Blockchain – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern arbeitete er über 3 Jahre bei einem der größten Krypto-Newsportale, wirkte an unzähligen Videos und einigen Büchern mit.

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