Südkorea hat sein erstes Strafverfahren wegen eines „Rug Pulls“ an einer dezentralen Börse eingeleitet, bei dem es um eine Solana-Meme-Coin ging. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft dreht sich der Fall um CATFI, einen Token, der angeblich dazu genutzt wurde, Investoren durch Marktmanipulation und gefälschte Werbung zu betrügen.
Laut lokalen Berichten hat die Staatsanwaltschaft eine kriminelle Vereinigung angeklagt, den Kurs von CATFI manipuliert und illegal Geld abgezogen zu haben. Den Behörden zufolge hat das Betrugsmanöver etwa 400 Millionen koreanische Won, also rund 260.000 Dollar, eingebracht, während Privatanleger Verluste hinnehmen mussten.
Den Ermittlern zufolge gab sich der Hauptverdächtige, der nur als Park identifiziert wurde, online als Influencer „Eth Father“ aus. Sie behaupten, er habe CATFI in den sozialen Medien beworben, als wäre er ein unabhängiger Dritter. Nachdem die Gruppe die Münze hochgejubelt und Käufer angelockt hatte, zog sie angeblich die Liquidität ab, ließ den Preis abstürzen, schadete 256 Anlegern und verursachte Verluste in Höhe von etwa 900 Millionen Won.
Da CATFI an einer dezentralen Börse gehandelt wurde, konnte der Token schnell und ohne herkömmliche Prüfungen ausgegeben und gelistet werden. Die Staatsanwaltschaft sagt, die Gruppe habe diese Offenheit und anonyme Konten ausgenutzt, um die Operation durchzuführen und mit den Anlegergeldern zu verschwinden.
Erste Strafverfolgung wegen „Rug Pull“ an einer DEX in Südkorea
Behördenvertreter sagen, dies sei das erste Mal, dass südkoreanische Behörden Verdächtige wegen eines Rug Pulls an einer dezentralen Börse festgenommen und strafrechtlich verfolgt haben. Die Staatsanwaltschaft des südlichen Bezirks von Seoul bearbeitet den Fall und hat kürzlich ihren Fokus auf Krypto-bezogene Finanzkriminalität verstärkt.
Da sich Rug Pulls und Meme-Coin-Betrüge weltweit ausbreiten, beobachten die Regulierungsbehörden in vielen Ländern die Aktivitäten an DEXs genauer. In diesem Fall nutzten südkoreanische Ermittler On-Chain-Analysen und Beweise aus sozialen Medien, um Wallets aufzuspüren und Werbekonten mit den mutmaßlichen Organisatoren in Verbindung zu bringen.
Die Staatsanwaltschaft sagt, die Anklagepunkte umfassen Betrug sowie Verstöße gegen lokale Kapitalmarkt- und Gewinnabzugsgesetze. Sie argumentiert, dass Organisatoren auch dann bestraft werden können, wenn Token auf dezentralen Plattformen gehandelt werden, sofern sie Investoren irreführen und Token heimlich abstoßen, nachdem sie die Preise in die Höhe getrieben haben.
Da dies der erste DEX-Rug-Pull-Fall ist, der in Südkorea zur Anklage führt, könnte er als Leitfaden für künftige Ermittlungen dienen. Rechtsexperten sagen, dass Gerichte nun entscheiden müssen, wie bestehende Betrugs- und Wertpapiergesetze auf Meme-Coins anzuwenden sind, die ausschließlich on-chain gehandelt werden.
Da immer mehr Meme-Währungen auf Solana und anderen Netzwerken auftauchen, werden die Regulierungsbehörden in Südkorea wahrscheinlich ihre Haltung gegenüber Marktmissbrauch verschärfen. Händler könnten damit rechnen, dass Werbeaktionen im Land genauer überwacht werden und die Zusammenarbeit zwischen Finanzbehörden und Einheiten zur Bekämpfung von Cyberkriminalität verstärkt wird.
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